
Manchmal bin ich einer dieser Sorte Mensch, der beim ersten Mal weghört. Ganz ehrlich und ohn Übertreibung: Mein Input ist momentan gigantisch und deswegen schiebe ich manches von Zeit zu Zeit auch mal auf die lange Bank. Wer mal mit mir in Email-Kontakt stand hat das sicherlich auch festgestellt. Aber hier soll es sich ja jetzt nicht um meine Kommunikationsgepflogenheiten drehen, sondern um Musik, beziehungsweise meine Läuterung was das auf die lange Bank schieben angeht.

Ich weiß gar nicht mehr wo - ich tippe aber mal auf
Stereogum; jedenfalls stolperte ich im Laufe des letzten Jahres über
Dungen, ohne so recht zu wissen, was ich damit anfangen sollte. Berührungsängste und so, you knows it! Größtenteils wegen des Album Artworks, das kam mir sehr düster und wasweißichwie rüber, jedenfalls nicht so griffig und gefällig um stehen zu bleiben. Fehler! (Großer!)
Zum Glück lerne ich auch manchmal aus meinen Fehlern, besser spät als nie und so. Das Lernen hat aber auch einen Grund: In diesem Fall einen
audiovisuellen. Und seitdem liege ich so ziemlich jedem mit Dungen in den Ohren: Freunden, (Chef)Redakteuren von Popkulturmagazinen, Bookern, Kollegen, DJs. Immer in der Hoffnung, jemand würde anspringen und sagen: Großartig, meine Gefühle gegenüber dieser Band entsprechen genau den Deinigen und Du hast Recht! Die Hoffnung zerschlägt sich dann zwar meist, aber wenigstens weckt man Interesse. Apropos Interesse wecken: Ich hatte da doch was vor... Genau!

Dungen sind nämlich der einzige Grund - und da widerspreche ich mal der Ansage von Thees Uhlmann im Rahmen des Monsters of Spex - warum es sich heutzutage noch lohnt, Gitarrenmusik zu machen. Ganz tief in der Prärie (stimmt das so? ja,
stimmt so) Schwedens kramte Gustav Ejstes vor einigen Jahren tief in der musikalischen Landeshistorie. Kratzte alte 7"-Platten zusammen, auf denen sich obskurer Psychedelic Pop und Folk aus Schweden bekannt. Längst im Orkus des Zeitgeist untergegangen, von ihm reanimiert und eigenhändig eingespielt. Handmade Rockmusic from outer space, was natürlich Dank des "space" ausgesprochen abgefahren und futuristisch klingen mag, in Wahrheit aber verspielte Gitarrenmusik mit Störungen
™ und etwas sehr gutem Dudel bedeutet.

Dungen sind der Stachel in der momentan allgemeingültigen britischen Hipness. Und ohne es zu hippiesque klingen lassen zu wollen: Der Wind über den schroffen Küsten und Landschaften. Habe ich eigentlich erwähnt, dass neben Gustav zwar auch noch drei bis mitunter sieben andere Musiker Dungens Konturen schärfen? Nein? Oder dass die Texte und überhaupt alles auf schwedisch sind? Auch nicht? Was ist mit der Tatsache, dass "Ta Det Lugnt" - so lautet der Albumtitel - ein garantierter Top-10-Kandidat dieses Jahres ist?
Keine Ahnung wie Gustav mit seinen 25 Jahren eine so erstaunlich reife Platte produzieren konnte, vor der bestimmt sowohl The Who, Hendrix, The Doors als auch die Beach Boys die Köpfe verneigen würden. Das ist der wirklich gigantisch große Wurf, ganz ehrlich! Falls sich tatsächlich jemand die mühe gemacht haben sollte, bis hierhin weiterzulesen, dann gehört derjenige bestimmt nicht zu der Sorte Mensch, die ich Eingangs erwähnt habe. Wäre auch zu schade. Denn
Dungen - padon, "Dune-Yen" - könnten das Beste sein, dass einem in diesem Jahr passieren könnte!
tracklisting:
01
panda [

/5,8 mb]
02 gjort bort sig
03
festival [wma/stream]
04
du är för fin för mig [flash/stream]
05 ta det lugnt
06 det du tänker idag är du i morgon

07 lejonet och kulan
08 bortglömd
09 glömd konst kommer stundom ånyo till heders
10
lipsill [

/3,8 mb]
11 om du vore en vakthund
12 tack ska ni ha
13 sluta följa efter
more info:

dungen - ta det lugnt VÖ: 27.06.2005 (broken silence)
>> dungen
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>> dungen - panda [

/flash/video]
>> dungen - tyst minut [

/5,3 mb]