
Vor etwas mehr als einem Jahr war ich zum letzten Mal mit dieser Stimme
konfrontiert. Der Abend ist mir noch gut im Gedächtnis: Es war ein langer Tag. Ein anstrengender Tag. Im Anschluss daran stand eine Überredung zum
Azure Ray-
Konzert. An diesem Abend konnte ich nicht so wie ich eigentlich hätte wollen. Die Musik von
Orenda Fink und
Maria Taylor als Azure Ray war unglaublich. Jedenfalls auf dem Album. "Hold On Love" wirkte einlullend und versetzte mich in eine merkwürdige Lethargie. Ich hörte zu, blinzelte, nickte, überdachte. Ließ wirken.

Etwas mehr als ein Jahr später bin ich wieder mit Azure Ray konfrontiert, dieses mal jedoch nur mit Maria Taylor, die Freundin von
Conor Oberst (Orenda Fink hingegen ist mittlerweile mit
Todd Baechle verheiratet). Dieses "nur" aus dem vorhergehenden Satz sollte man allerdings keineswegs verniedlichend verstehen. Maria Taylor präsentiert sich auf ihrem Solo-Debut "11:11" gereifter denn je. Ihre stellenweise süsslich-heisere Stimme schmiegt sich hervorragend in die abwechslungsreich arrangierten Songs ein. Je nach Notwendigkeit: Leise. Privat. Minimal. Laut. Durchdringend. Bezaubernd.

Und auch musikalisch hat Maria Abwechslungsreichtum zu bieten: Dezente Akustik-Gitarren-Arrangements dominieren "11:11", die Taylor selbst einspielte. Daneben präsentiert sie sich auch als Multi-Instrumentalistin, das (E-)Piano und die Drums hat sie ebenfalls größtenteils eingespielt. Neben ihr verrät das Tracklisting auch viele andere bekannte Namen: Neben Conor Oberst hat auch der Produzent der Platte und ebenfalls
Bright Eyes-Mitglied
Mike Mogis stark an den Arrangements mitgearbeitet. Das stark synthie-lastige und an
The Faint erinnernde "One For The Shareholder" hat er beispielsweise komplett alleine programmiert und die dazugehörige Akustikgitarre eingespielt. Produziert wurde wie gehabt größtenteils im Hauseigenen
Presto!-Studio. Daneben half
Gretta Cohn von Cursive bei einigen Songs mit dem Cello aus,
Andy LeMaster von den
Chase Park Transduction Studios und genau wie Maria Taylor
Now It's Overhead-Mitglied produzierte und mixte neben Mogis den anderen Teil des Albums. Bei diesem ganzen Name-Dropping ist die Richtung natürlich klar:
Saddle-Creek Records und die damit zusammenhängende Vermischung von Folk, Pop, Indie und Elektronik.

Und so präsentiert sich "11:11" auch. Als bezaubernd schöne Berg- und Talfahrt der Gefühle, nie in laute Ausbrüche gipfelnd, immer getragen von bedachten Klangakzenten. Ein Album dem zugehört werden möchte. Das für rund 40 Minuten die Sorgen der Welt auf sich projeziert.
tracklisting:
01 Leap Year
02
Song Beneath the Song [

]
03
Two of Those Two [

]

04 Nature Song
05 Light House
06 One of the Shareholder
07 Xanax
08 Birmingham 1982
09
Speak Easy [

]
10 Hitched
mehr infos:

maria taylor - 11:11 VÖ: 23.05.05
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>> 2 for the road
>> azure ray
>> now it's overhead
>> maria taylor live @ morning becomes eclectic / 05.05.05 [

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>> maria taylor live @ morning becomes eclectic / 05.05.05 [

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maria taylor auf tour:
26.05. Hamburg - Weltbühne
31.05. Berlin - Knaack
01.06. Dresden - Scheune
02.06. Frankfurt - Dreikönigskeller
03.06. Bremen - Römer
04.06. Köln - Blue Shell (Festival der Schwedisch-Amerikanischen Freundschaft mit Las Puertas, Torpedo, Firefox & Statistics)
05.06. München - Orange House
06.06. A-Wien - Chelsea