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Als Hot Hot Heat 2003 mit ihrem zweiten Album durchstarteten um die Referenz schlechthin zu werden, da war alles gut. Zwei Jahre, eine Welttournee und zahlreiche Titelstories später fangen die Kanadier mit viel Fame von vorne an. Gefeilt wurde nicht nur am Sound, sondern auch an sich selbst. Man ist in dieser Zeit durch massives Touring gewachsen. Und das liest man auch auf ihrem neuen Album deutlich. Um es vorweg zu nehmen. "Elevator" hat mit "Make Up The Breakdown" noch soviel zu tun wie der Papst mit dem täglichen Kirchengeschäft. Man gilt zwar als Gallionsfigur, aber die Fahrt ist vor einiger Zeit verloren gegangen. "Elevator" hat seine Reize: Abwechslungsreiche Songs zwischen Rock- und Pop-"Punk"-Momenten. Aber auch seine Schwächen. Orientierungslosigkeit zwischen eben diesen Momenten. Behandeln wir die Platte nach dem "Koka Kola"-Prinzip: Von unten nach oben. "Elevator! Goin' up..."

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"it's not me, who's the operator /
but you're going down, down, down /
[...]
but don't take me out (don't you know) /
i'll just fall dawn once again /
but don't take me out (don't you know) /
i'll just fall dawn"
Was bitte war das? Der Aufzug ist gerade im Erdgeschoss angekommen, die Türen gehen auf und vier junge Männer verlassen den Lift, unterhalten sich leise. Ein glanzloser Abgang, der wenig mit dem zu tun hatte, womit man noch im obersten Stockwerk begonnen hatte. Eine Rock-Ballade, die als erstes Assoziationen an Deine x-beliebige MTV-"Hardrock"-Band à la Nickelback mit Robert Smith-Stimme entstehen lässt. Soll das der Titel-Song zum Album gewesen sein? Der große Hit? Der Song, der zwei Jahre des Wartens auf den Nachfolger von "Make Up The Breakdown" betiteln soll? Hallo? Was ist da zwischendurch geschehen? Fahren wir mit dem "Elevator" nach oben um nachzusehen.

Erster Stock: Scheren, Messer und andere Stichwaffen. "Shame On You". Ein (Anti-?) Love-Song, der schon eher an die Catchyness von Hot Hot Heat erinnert. Sänger Steve Bays steigt stimmlich immer noch durch sämtlich Dissonanzen, nölt und jault, allerdings ist die Stimme im ganzen runder und geölter. Die Melodien wurden in den vergangenen Monaten des Tourings merklich geölt. Da gehen auch die gut gewählten Zeilen besser runter:"Running with scissors wasn't smart /
I slipped and cut open your heart /
I didn't mean to but I seem to /
have put stress back to the start"

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Rolltreppe, zweiter Stock: Indierockland, Spielwaren und "Soldiers In A Box": Was das auch immer für ein Soldat in der Kiste sein soll, ein Springteufel ist es bestimmt nicht. Zu unaufregend bzw. -gefährlich. Da greift die Zeile aus dem Song "He's nothing special" doch ganz gut. Zwischendurch ein kleines Spannungselement in Form einer Spieluhrmelodie, bis der Deckel auf seine Kiste wieder draufgesetzt wird.
Dritter Stock: Hygiene-Artikel. "Dirty Mouth", das ist der große Pop-Hook, der die Erinnerungen an "Make Up The Breakdown" wieder wachrüttelt. Akustikgitarren-Driven HHH-Power-Pop mit lungenbelastend langen Textpassagen gegen Ende. Überzeugt, die Seife zum Mund-ausspülen ist gekauft.
Die "Middle Of Nowhere" alias Popkultur-Spezialitäten im vierten lassen wir heute aus, die Piano-Arrangements auch.

Fünfter Stock: Ferien- und Freizeit-Artikel. So langsam macht der Einkauf Spaß. "Island Of the Honest Man" macht Spaß. Erhöhtes, tanzbares, feierbares Tempo. Okay, die Titelzeile im Refrain ist ein wenig cheezy, der Song glänzt aber vor allem durch verschiedene Tempo- und Rhythmuswechsel, Po-Wackel-Beat und Tempo. So war das auf der letzten Platte und bliebe es so, würde der Einkauf auch weiterhin Spaß machen.
Eine Etage höher poltern Schlagzeug, Bass, Gitarre, Orgel und letztendlich Bays mit Gesang in "Pickin' It Up" und das Gefühl vom gepflegten Schweden-Rocksong mit Orgel ist da. Arsch in der knallengen Hose, melodische Hooks mit kind-of-punky-Backing-Gesang. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Ist das jetzt gut? Oder ist das... Keine Ahnung.

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Siebter Stock: Süßwaren und Spirituosen. "Jingle Jangle" wird seinem Titel gerecht. Nach einem ruhigen 30-Sekunden-Orgel-/Vocal-Intro nölt Bays sympathisch über den voller werdenden und sich aufpumpenden Pop-Song. Ein ständiges Hin und Her das Spaß macht. Gegen Ende wird man wieder ruhiger, fast balladesquer, begleitet von der Akustikgitarre. Pop eben.
Achter Stock: Ein kurzes Instrumental-Intermezzo, das mit seiner Leichtigkeit ein wenig an The Thrills erinnert und eine schöne Brücke zur Etage unter sich baut. Schnell in den neunten...
Neunter Stock: Kundenkontakt und Service. Spontaner Erinnerungsbackflash an die Simpsons und Bart's Seelenausverkauf per IOU. Mit "You Owe Me An IOU" erinnert Bays die Kunden nochmal schnell daran, dass man nach der letzten umwerfenden Platte ja noch was beim Käufer gut hat. Das macht die Band sogar so gut, dass man sich tatsächlich wie auf "Make Up the Breakdown" fühlt, auch wenn das Tempo doch etwas ruhiger gehalten ist. Aber der krächzigen Lautsprecherdurchsage kann man nicht entkommen.

Zehnter Stock: Damen- und Herrenbekleidung. Wirklich toll sehen die sachen hier nicht aus, aber die Etiketten sprechen eine deutliche Sprache:"And everybody's got the Style."
Der geschickte Seitenhieb auf etliche Kopien, im Kleingedruckten auf der Rückseite versteckt. Mit bubble-gummigen "la-la-lala-laaaa" gegen Ende. Naja, man muss was tun.
Elfter Stock: Trend-Artikel. Guter Schachzug wenn auch letztendlich absehbar, "Goodnight Goodnight" als erste Single zu veröffentlichen. Treibender HHH-Sound, Indie-Disko- und Zitat-tauglich. Einfacher, eingängiger Refrain und mit gut zwei Minuten auf das nötigste reduziert.
Zwölfter Stock: "Running Out Of Time". Keine Zeit mehr. Das Kaufhaus schließt in wenigen Minuten, nicht jedoch ohne einen guten Eindruck zu hinterlassen. Auch hier schlägt sich das 2003er-Album der Jungs nieder: Gewohnt Hot Hot Heat, irgendwie.

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Was bleibt übrig? Vor allem Kurzweil. Auf lange Sicht scheint mich "Elevator" nicht fesseln zu können. Die Weiterentwicklung der Band in allen Ehren, aber wirklich gefruchtet hat das hier nicht. Das Album wirkt zerfahren, es wurde zuviel probiert und vermutlich immer wieder neu geformt. Ist "Make up the Breakdown" immer noch gleich stark, so begeistern mich Hot Hot Heat mit "Elevator" schon nach einigen Hördurchgängen nicht mehr. Auch wenn die Platte mit Krachern wie "Goodnight Goodnight", "You Owe Me An IOU", "Pickin' It Up", "Island Of The Honest Man" und "Dirty Mouth" sicherlich einige Hightlights zu bieten hat, die durchgehende Dringlichkeit ist mit der langen Aufzugfahrt Richtung Ausgang verloren gegangen. Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen möchten: Ich gehe sie in "Make Up The Breakdown" wiederfinden.


tracklisting:
01 Running Out Of Time
02 Goodnight Goodnight [mp3-file/3,1 mb]
03 Ladies And Gentleman
04 You Owe Me An IOU
05 No Jokes- Fact
hot hot heat - elevator 06 Jingle Jangle
07 Pickin' It Up
08 Island Of The Honest Man [mp3-file/4,4 mb]
09 Middle Of Nowhere [mp3-file/5,6 mb]
10 Dirty Mouth
11 Soldier In A Box
12 Shame On You
13 Elevator

mehr infos:
3 out of 5 hot hot heat - elevator VÖ: 04.04.2005
>> hot hot heat
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>> sub pop records
>> hot hot heat - fanseite
>> hot hot heat - goodnight goodnight [quicktime-file/video/stream]
>> hot hot heat - goodnight goodnight [real.media-file/video/stream]
>> hot hot heat - elevator [wma/albumstream]

hot hot heat auf tour:
11.05. köln - stollwerck *
12.05. hamburg - grünspan *
14.05. berlin - kesselhaus *
15.05. münchen - elserhalle *
(* mit The Fever)

Titel:

Text:

 


schnell rein hier, sonst bleibt das ein monolog...

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Joensuu 1685 – Kill/Shot/Love
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Joensuu 1685 – Nothingness
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Joensuu 1685 – (You Shine) Brighter Than Light
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Slaraffenland – I'm A Machine
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waldar - 19. Mai, 23:06
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sehr geehrte damen und herren, sie haben das mitbekommen:...
waldar - 19. Mai, 23:00
Köln Campus
ich wusste jetzt nicht, wo ich reinschreiben sollte.....
Eggi - 6. Apr, 11:53
mach doch nen neuen,...
mach doch nen neuen, kostenlosen blog auf. Ich vermiss...
monologe - 26. Feb, 17:59
na
wegen zeitmangel musste ich mich kurzfassen ;)
ZuN - 9. Feb, 14:32


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