kaos - hello stranger [!k7 records/rough trade]
Zur Einleitung: Funkyness muss und braucht jeder. Auch den Indie-Touch sollte man als Elektronika-Label nie ganz außer Acht lassen: Ohne geht nicht mehr, das haben die letzten Jahre gezeigt und z.B. Warp Records mit !!! und Maximo Park auch mehr als eindrucksvoll bewiesen.So soll es also sein - 2005 - hallo, herzlich willkommen in der Indie-Disco. Das deutsche Label !K7 unterstrich diesen Trend schon vor rund zwei Jahren, als mit Rob Gallagher alias Earl Zinger, Tiga und auch den Fehlfarben das Genre-Hopping mehr als Salonfähig gemacht wurde. Nicht zuletzt erwies sich die DJ-Kicks-Reihe immer wieder als Richtungsweisend und ließ sich von Erlend Øye im vergangenen Jahr eine hübsche Krone aufsetzen. Aber zurück zur Funkyness.
Mit "Hello Stranger" legt Kaos eine neue Platte nach, die mit großen Schritten die Clubs erobern will. Ein Produzenten-Album, für das nicht nur der Name DJ Kaos sondern im gleichen Atemzug auch Ghost Cauldron und Terranova gedropped werden müssen. Bis hier hin und nicht weiter. Ab da geht es in Richtung Funkalectrica (sollte dieser Begriff bis jetzt noch nicht genannt sein, so erhebt der Autor hiermit Anspruch auf die neue Schublade). "Durchdacht", war so ziemlich das Erste, was mir beim ersten Hören von "Hello Stranger" durch den Kopf schoss, kurz danach folgten "tanzbar", "Spaß", "warm" und "Plattensammlung". Zur Begriffsklärung: "Durchdacht", weil "Hello Stranger" ein Produzentenalbum ist, das zwar durch die Hände eines Mannes ging, allerdings nicht auf traditionelle Band-Arbeit verzichtet wurde. Die Liste der Kollaborateure klingt nach wichtigem Album: New-York Importe wie Matt B. Safer von The Rapture und Jason Friedman, daneben Berlin als US-Exil mit Daniel Wang sowie als kreative Keimzelle der hiesigen Musikszene (Khan & Snax, Nicole und Boy From Brazil). Just to top this darf hier auch Erlend Øye nicht fehlen.Gearbeitet wurde nach dem "We're jammin'"-Prinzip: Ein Kopf mit Plan in selbigem und der Tasche lädt die gesammelte Künstlerschaft ins Studio, legt Gitarren, Bass und die mittlerweile obligatorischen Kuhglocken parat und beginnt zu summen. Das Ergebnis ist der Begriffsklärung nach "tanzbar", gerade in Tracks wie "My Reputation", der ersten Single "Boogie Boy" und "Now and Forever", die nicht nur mit mitreißenden Bass-Hooks sondern auch mit zitatträchtigen Zeilen aufwarten. Getreu dem Motto: "Put your feet on the ground, throw your health arm skyward." (sic! oder so ähnlich). "Bang The Box" erinnert spontan an gesamplete Nancy Sinatra und "My Baby Shot Me Down", "Bunny Brown" beendet das Album versöhnlich mit dezenten Akustikgitarren, die so ähnlich auch auf "Riot On An Empty Street" zu finden waren. Aber dann setzt wieder mal der Repeat-Mechanismus ein. Kaos gives you "Lessons in Love". Man lernt nie aus...
tracklisting:
01. Lessons In Love [with Daniel Wang & Erlend Øye]
02. Feel Like I Feel (Sing along) [with Matt B. Safer & Snax]
03. Now And Forever [with Khan]
04. My Reputation [with Daniel Wang & Electrocute & Boy from Brazil]
05. Town & Countryman (Edit) [with Jason Friedman]
06. Boogie Boy [with Captain Comatose]
07. Juices (Raw and Dirty) [with Namosh]
08. Bang The Box
09. Bunny Brown (Outro) [with Eddy Cooper]
kaos auf tour:
25.02. Hamburg - Click
02.03. CH-Zürich - Kaufleuten
05.03. Augsburg - Kerosine
12.03. München - 1. Liga
19.03. Berlin - Vice Praty
26.03. Berlin - Panorama Bar
mehr infos:
kaos - hello stranger VÖ: 28.02.2005
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waldar - 20. Feb, 19:12
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