blogging for jahrescharts, pt. 3
n.° 10: les savy fav - inches*new york erweist sich immer wieder als schmelztiegel der kreativität und genau so verhält es sich auch bei "inches", dem collectors album von les savy fav, wenn man es denn so nennen will. die zusammenstellung von neun singles, veröffentlicht auf 9 verschiedenen labels, um das gesamtwerk dann über das eigene label "french kiss" rauszuhauen. vor kurzem wurde mir noch beim abendlichen auflegen versichert, dass das doch "alles gleich klingt" und "nur indie" sei. und da musste ich dann "ja" sagen, und mir insgeheim denken, dass das eben nicht "nur indie" ist, sondern dass diese jungs so klingen, wie radio 4 zu "gotham"-zeiten klangen, dass post-punk hier mit herz und seele gemacht wird und die yeah yeah yeahs auch locker als referenz gerade stehen können. und, dass ich indie fucking mag!
n.° 09: death from above 1979 - you're a woman, i'm a machinezum ersten mal bin ich auf diese combo gestossen, als ich während einer längeren zugfahrt in der lodown blätterte und ein interview mit den beiden kanadiern las. die direkte art, die ungestüme wut, die zwischen den zeilen zu lesen war, wollte mich ihr album anschmeissen lassen. hatte ich zu dem zeitpunkt noch nicht. mittlerweile ist mir ihr debut ans hers gewachsen, auch wenn ich sonst eher weniger auf hardcore- bzw. industrial-einflüsse stehe. von der band-mitglieder-zahl richtung white stripes, the kills oder black keys, von der musik allerdings absolut nicht verortbar. noisiger indie, mit leichten synth-samples versetzt. eine zum bass evrzerrte gitarre, die durch mark und bein geht. gesang der gleichzeitig sexy und bedrohlich klingt und energie en masse.
n.° 08: erlend Øye - dj kicks herr erlend Øye ist nicht nur die bessere hälfte von kings of konvenience, sondern hat auch - und das muss man ihm einfach zugestehen - die beste dj kicks-compilation gemacht, die diese sampler-reihe je hervorgebracht hat. und das sage ich, obwohl die k&d-version bei mir lange, lange zeit auf rotation war. aber diese hier, die klingt genauso fluffig, schlacksig, slackig, wie erlend selber aussieht. dann liest und hört man von grandiosen live-gigs/sets des "dancing djs", bei denen nur wenige tanzen und erlend dann völlig alleine hinter seinen plattentellern abspackt. und wenn ich dann mixe wie "poor leno [röyksopp / silikon soul rmx] & there is a light that never goes out [the smiths / acapelle]" höre, dann kommen nicht nur viele schöne erinnerungen hoch, dann will ich auch tanzen und glücklich sein! isn't that sweet?!
n.° 07: moving units - dangerous dreams*überall dort, wo "between us & them" in tanzbarer umgebung läuft, wird auch getanzt. das konnte ich in diesem jahr bereits mehrere male feststellen, soviel steht also schonmal fest. wenn die strokes das mit "last nite" hinbekommen, dann dieses trio aus los angeles sowieso. oder "avaiable": neulich erst wieder, als ich den song in einer kneipe spielte und ein gesetzter mitt-vierziger lobeshymnen auf das gitarrenriff zu beginn des songs ansprach. rein aus dem affekt, ohne die band gekannt zu haben. auch hier wieder ein album mit durchdringendem bass, beste gang of four-tradition und referenzen sowieso en masse. und trotzdem: ich weigere mich, (diese jungs) aufzugeben. wenn es eine band verdient hat, im gleichen atemzug mit the rapture, hot hot heat und the strokes genannt zu werden, dann doch bitte die hier.
n.° 06: rjd2 - since we last spoke hier erinnere ich mich besonders an den abend im studio 672. kurz zuvor einen auf ruhig gemacht, mit conor oberst (akustik) im stadtgarten einen stock höher. mittelmäßiger abend wegen großer müdigkeit. unten im keller gedränge und geschiebe, temperturen um die 40° C schon vor 00:00 uhr und konzertbeginn. als dann rjd2 auflegt und seine 5 turntables mit allerlei buntem penetriert gibt es da kein halten mehr. der ganze club eine einzige welle, großes emotionales konzertkino, pumpende beats und bässe, zwischendurch vocal-samples bzw. vom produzenten selbst eingesungenes. auf "since we last spoke" gibt es genau das zu hören: ein bißchen hip hop, ein wenig funk, hier und da was jazziges, klingt manchmal nach dj shadow-bass (also gut) und ein produzent/dj, der hier mal eben zeigt, was er so kann.
n.° 05: von spar - die uneingeschränkte freiheit der privaten initiativehey kölle, du bis en jeföhl! kann man machen, aber eher nur zu karneval. von spar sind da eher die art band, die an karneval bestimmt nicht gespielt wird, obwohl man denen genug lokalkolorit und "streetcred" (schlimmes wort) bescheinigen kann. das album mit den definitiv meisten zitatwürdigen phrasen 2004, sei es das lockere "von spar", oder "mehr dynamit", "nein, danke", "ich bin skeptisch", "ist das noch populär?", etc. pp. die band, die so offensichtlich und dreist in der musikhistorie klaut, und der man es absolut nicht übel nimmt, denn in der kombination hat das ja hierzulande sowieso noch niemand gemacht. "das recht auf dummheit", das recht auf feiern. politisiert ohne richtig politisch zu sein. stammtischphrasen-fähig, und doch weiter greifend. so wird revoluzze getanzt, baby!
n.° 04: !!! - louden up, nowda hat man den salat: da propagiert man monatelang "geh doch nach berlin", nervt ein band-mitglied während eines dj-sets während der c/o-pop mit fragen nach einer deutschland-tour, und dann wird doch nur in berlin gastiert. wo ihre split-ep mit outhud noch schwer hörbar war, machte ihre debut-platte schon die ersten "steps" in richtung heute. heute ist "louden up, now" allerdings schon drei schritte morgen, so klingt das teil. innovation mit partybombe im gepäck, jauchzender aufschrei nach tanz und wein, brot und spiele, nach... moment, ich verliere mich. genau, verliere mich im sound, in den einflüssen. in diesem bass, diesen tausend instrumenten, dieser kehligen stimme, dieser sexy subversivität. ziemlich einzig- und vor allem großartig dieses album. hello? is this thing on? does anybody here speak english?
n.° 03: ted leo & the pharmacists - shake the sheetsauf diese neue lieblings-band wäre ich ohne den werten nachbar (ja, sie dürfen sich angesprochen fühlen) nie gekommen. danke! wenn man mal wieder lust auf richtig gutes songwriting hat, power-pop- bzw. indie- und folk-einflüsse mag, politisierte bis politische texte zu deuten weiß, allerdings nicht wohin mit der guten/schlechten laune, dann bitte ich doch darum, diese platte anzumachen. jetzt aber genug der schachtelsätze, da ist nicht nur das cover so prächtig und groß, genauso klingt das album selbst. mehr müsste man an dieser stelle nicht mehr zu dem album sagen, wenn nicht... ja, wenn da nicht das problem wäre, dass ted leo & co. in europa nicht stattfinden. wenn sie also über ein kleines label mit potential (oder hoffnung) verfügen, dann bringen sie diesen kerl mit band doch bitte endlich mal nach deutschland. danke!
n.° 02: the go!team - thunder, lightning, strikegroßbritannien bringt ja von zeit zu zeit sowas von perlen zum vorschein, das ist kaum auszuhalten. the go ausrufezeichen team sind so eine, das ist eine wahre pracht. hier wird mit musikstilen sowas von rumgeprügelt, immer nur der guten laune nach ins land hinter den sieben bergen. freudschaft mit anfassen, um einen songtitel von mr. tingle zu bemühen. und wieder ein konzert nur in berlin, zu dem ich vermutlich am 21.01. hinfahren muss (stellen sie sich das "muss" bitte in fett vor), damit ich später nicht irgendwelche probleme bekomme. da fühlt man sich zwischenzeitlich zwischen tiefen funk-70ern und frühen 90er-hiphoppern hin- und hergerissen. oder wie in "bottle rocket" mitten auf der ponderosa mit ben und hoss beim steak-grillen. das ist gute laune in flaschen, original abgefüllt und verkorkt von palhuber und söhne!
n.° 01: dj danger mouse - the grey albumdanger mouse ist im wahren leben nicht nur ein begnadeter hip hop-produzent, er hat auch mal eben so meine lieblingsplatte 2004 gemixed. war auf einmal da. the beatles zusammen mit jay-z, konzept mit witz, qualität und hits. alles was dazugehört. ohne große werbung, nur mit hilfe der internet-gemeinschaft (i.e. blogs). direkt verboten von emi, trotzdem gelang diese platte in so viele hände. dieses teil ging dann seit april bei mir steil, immer wieder, immer immer mehr. kürzlich hatte ich erst die diskussion, ob das nun eine mash-up- oder eine remix-platte sei. ich entschied mich für mash-up, wobei es letztendlich egal ist. was wichtig ist: dieses teil war das wichtigste stück musik für mich in 2004. over and out. can i have an encore, do you want more? warten bis 2005, dann geht der wahnsinn weiter...
>> 2004: 50-31
>> 2004: 30-11
waldar - 30. Dez, 17:39
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