interview: bloc party - london - the end - august 2004

photo: courtesy of bloc party / dim mak records "Mir gehen diese Mythen auf die Nerven, in denen Musiker darüber sprechen wo sie ihre Ideen für Songs herbekommen."

In England kennt man Bloc Party schon länger. Man kann dort kaum eine Disco besuchen, in der kein Bloc Party Song gespielt wird, kaum eine Musikzeitschrift in die Hand nehmen ohne über ihren Namen zu stolpern und sich kaum mit einem Engländer unterhalten ohne über die neuen Hoffnungsträger aus London zu sprechen.
Beeinflusst wurden Kele Okereke, Russell Lissack, Gordon Moakes und Matt Tong hauptsächlich durch Bands wie The Cure, New Order, The Smiths oder auch den Pixies, man könnte Sänger Kele allerdings nachsagen, dass Songs wie „Banquet“ am ehesten an Robert Smiths Stimme in Frühzeiten erinnern. „Banquet“ ist mit Abstand der herausragendste Song auf ihrer Mitte 2004 erschienen EP. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Rest minderwertig ist, sondern vielmehr, dass jedes Stück unterschiedlicher nicht sein kann. Ihre Konzerte sind in England innerhalb kürzester Zeit meistens ausverkauft, und manchmal mischen sich auch Mitglieder von Radio 4, Interpol oder auch den Libertines darunter um Zeuge dessen zu werden, was sich z.B. Ende August im Londoner Club „The End“ zugetragen hat: 30 Minuten volle Power und Energie, komplette Hingabe seitens der Band und des Publikums, literweise Schweiß und ein im positiven Sinne viel zu überfüllter Club! Dieser Live-Präsenz haben es Bloc Party mitunter auch zu verdanken, dass sie u.a. schon Bands wie Radio 4, Franz Ferdinand oder Razorlight supporten durften. In Gesellschaft von braunem, warmen, britischen Bier unterhielt ich mich mit Bassist Gordon Moakes.




photo: courtesy of bloc party / dim mak records
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nadine: Es gibt viele verschiedene Versionen darüber wie Bloc Party zusammen gekommen sind. Kele hat in einem Interview gesagt, dass er und Russell sich auf dem Reading Festival getroffen haben als sie sich beide die Datsuns ansehen wollten…
gordon: (lacht)
nadine: Stimmt das etwa nicht?
gordon: Nein, das stimmt nicht!! Ich weiß nicht in welchem Interview das war, aber wir scherzen immer über die Datsuns, wir sehen sie als eine Band, die wir einfach nicht sein wollen. Wenn Kele also in einem solchen verherrlichenden Ton über die Datsuns spricht, kann man davon ausgehen, dass er versucht hat lustig zu sein. Die Datsuns waren noch gar nicht bekannt als sie sich kennen gelernt haben, das war nämlich ´98 oder ´99…

nadine: Und in einem älteren Interview erwähnt Russell, dass sie sich auf einer Hausparty getroffen hätten…
gordon: Ja, das war wahrscheinlich der Ort, an dem sie sich menschlich kennen gelernt haben. In Reading ging es ja vordergründig nur um ihre musikalischen Interessen, nach dem Motto „Ich spiele Gitarre“ – „Ja, ich spiel auch Gitarre und ich singe!“ – „Wow, lass uns eine Band gründen!“.

nadine: Du und Matt seid dann erst später dazu gekommen ?
gordon: Ich bin seit 2000 bei Bloc Party dabei. Das war zu einer Zeit als ich mich ein wenig zurückgezogen hatte. Ich habe dann eine Anzeige von Kele und Russell in einer Musikzeitschrift gelesen und hatte sofort Lust in einer Band zu spielen. Na ja, jedenfalls haben sie sich eine Woche später dann bei mir gemeldet und gesagt, dass sie in London leben, was etwas ärgerlich war, denn ich habe zu der Zeit in Reading gewohnt. Ich war erst etwas zögerlich wegen der ganzen Reiserei. Wie man sehen kann habe ich es dann aber doch gemacht!

photo: courtesy of bloc party / dim mak records
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nadine: Und was hast du vorher beruflich gemacht? Du hast mal erwähnt, dass du Graphikdesigner bist?
gordon: Ja, ich habe schon einige Zeit in dem Beruf gearbeitet als die anderen noch nicht einmal mit der Uni angefangen hatten, weil sie etwas jünger sind als ich. Ich hatte ungefähr zwei oder drei Jahre zuvor meinen Abschluss gemacht und wir konnten uns damals nur abends oder am Wochenende treffen, da ich tagsüber noch arbeiten gehen musste!

nadine: Ich hoffe du verstehst meine nächste Frage nicht falsch, aber ist es wahr, dass Kele der Meinung ist, dass bevor Matt dann dazu kam, ihr nicht wirklich eine „Band“ wart? Dass ihr euch nur zu Proben getroffen habt und ihr keine Freunde wart?
gordon: Genau, waren wir auch nicht wirklich. Das war teilweise so, weil ich außerhalb von London gelebt habe und es einige Jahre gedauert hat bis wir uns menschlich näher gekommen sind. Wir haben so viele Schlagzeuger vor Matt gehabt, und daran sind wir echt verzweifelt, weil wir das Gefühl hatten uns nicht weiterzuentwickeln. Aber als Matt dazukam, hat sich unser Bandgefühl sofort verändert, so, als ob wir eine stärkere Einheit wären, die es zusammen zu etwas bringen kann!
nadine: Er ist wirklich ein großartiger Drummer, ich habe ihn während eures Soundchecks beobachtet und das war um einiges besser als das, was ich von der EP kenne.
gordon: Auf jeden Fall. Er spielt unglaublich präzise und kräftig ohne dabei gefühllos zu wirken! Die Art wie er spielt reflektiert auch irgendwie seinen Charakter.
nadine: Es wirkt auch kein bisschen vorhersehbar…
gordon: In keinster Weise! Er ist der beste Drummer mit dem ich bisher gespielt habe, was wir alle sofort gemerkt haben als er mit uns zum ersten Mal geprobt hat. Somit konnten wir endlich alle mal zeigen, was wir so drauf haben!

nadine: Als du dich das erste Mal mit Kele und Russell unterhalten hast, hattest du da das Gefühl, dass es ihnen wichtiger war, dass du als Person in die Band passt oder musikalisch?
gordon: Ein bisschen von beidem. Ich denke, dass es schon wichtig war, dass ich genau so Bass gespielt habe wie sie es sich vorgestellt hatten. Sie wollten einen Bassisten, der musikalisch mit ihnen auf einer Welle schwimmt. Und das mit der persönlichen Beziehung hat sich ja wie gesagt erst später entwickelt.

nadine: Ich habe ein Review über eines Eurer ersten Konzerte gelesen und der Autor hat auch eines Eurer letzten besucht. Er meinte Ihr hättet jetzt viel mehr wie eine wirkliche „Band“ auf der Bühne gewirkt. Hast Du dasselbe Gefühl?
gordon: Ich war immer der Meinung, dass wir eine Band sind, aber ich denke, dass es jetzt viel offensichtlicher ist als damals, als wir angefangen haben. Immerhin haben wir jede Nacht Auftritte gehabt. Wir waren gut und das war auch die Meinung anderer, aber als Band musst du tagein, tagaus weiter spielen! Da wir das einige Monate gemacht haben, sind wir natürlich als Band besser geworden!

nadine: Vor einem Jahr hattet Ihr noch keinen Manager und habt alles alleine arrangiert. Wann habt Ihr denn den Punkt erreicht, als ihr einen Manager haben wolltet?
gordon: Es haben wirklich sehr viele Leute über unsere Demos gesprochen. Wir hatten einen Punkt erreicht, an dem sehr viel über Platten und Verträge diskutiert wurde. Und von Anfang an haben wir vorgehabt nur das zu machen, was unserer Meinung nach das Beste für uns war. Kele hatte sich zu dem Zeitpunkt schon darum gekümmert Kontakte zu knüpfen, CDs an andere Leute weiterzugeben. Das hat auch gut funktioniert, die Presse ist auf uns aufmerksam geworden und Plattenfirmen auch. Das alles hat aber auch eine Menge mit Anwälten zu tun, immer mehr Sachen kamen auf uns zu von denen wir keine Ahnung hatten. Also haben wir uns dazu entschlossen einen Manager zu suchen, der uns die ganze Arbeit abnimmt. Wir hatten definitiv Hilfe nötig!
nadine: Und wie fiel die Entscheidung auf Simon White?
gordon: Wir haben eine Menge Manager getroffen und einige waren ganz okay, andere waren eine Katastrophe. Bei Simon hatten wir sofort ein gutes Gefühl, er hat nicht versucht uns seine Ideen aufzudrücken, wollte uns lediglich unterstützen und hat sehr gute Kontakte! Er hat uns erzählt, dass er auf den meisten unserer Konzerte mitbekommen hat wie regelrecht ein Wettkampf daraus entstanden ist wer uns managen wird. Er ist die ganze Sache jedoch sehr relaxt angegangen und hat das belächelt.
nadine: Er scheint aber auch wie ein Freund für Euch zu sein. Das ist jedenfalls mein Eindruck.
gordon: Eigentlich schon, er ist auch sehr ehrlich. Eine der ersten Dinge, die er zu uns gesagt hat war „Ich will nicht euer Freund sein. Ich mag euch, aber ich will euer Manager sein und die richtigen Entscheidungen treffen“. Das von Anfang an zu sagen hat gezeigt, dass wir ihm trauen können. Und mit Vertrauen kommt Freundschaft!

photo: courtesy of bloc party / dim mak records
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nadine: Ihr seid einmal von einem A&R Mann angesprochen worden, der euren Sound verändern wollte. Ihr habt jedoch abgelehnt und euch nicht dafür interessiert…
gordon: Das war ungefähr letztes Jahr zu Weihnachten. Schreckliche Zeit. Es gab einfach zu viele Leute, die nur über uns geredet haben und es ist einfach eine komische Situation in einer Position zu sein, in der ständig Leute ankommen. Wir haben früher viele eingeladen zu unseren Proben zu kommen um uns spielen zu sehen und eine Idee davon zu bekommen was wir machen. Also haben wir z.B. auch Leute von Plattenfirmen eingeladen und einige fanden unsere Musik großartig, andere hatten immer noch Verbesserungsvorschläge.
nadine: Ihr habt den A&R Mann abgelehnt, weil ihr von seinen Ideen nicht überzeugt wart. Was wäre gewesen, wenn Euer Plan nicht aufgegangen wäre? Hättet ihr darüber nachgedacht euren Sound vielleicht doch zu verändern?
gordon: Wow, ich bin nicht sicher. Wahrscheinlich hätten wir das aber schon gemacht. Viele Bands tun das wenn sich keiner für ihre Musik interessiert.
nadine: Aber das ist doch nicht ehrlich und hört sich so an, als ginge es nur um Geld!
gordon: Mmh, wir mussten nie Kompromisse eingehen. Alles, was wir getan haben hat sich als richtig herausgestellt. Was uns auch eine Menge Selbstvertrauen gegeben hat.
nadine: Angst zu haben sich zu einem „Sell-Out“ zu entwickeln…
gordon: ...(unterbricht) Ja, yeah, mmh, ja, ja, wie bitte?!
nadine: Ähm, ihr seid auf eurer Homepage einmal als “Sell-Out” betitelt worden, obwohl ihr zum Beispiel in Deutschland noch nicht einmal so bekannt seid, was somit auch total lächerlich ist!
gordon: Ach das. Ich glaube das war ein Scherz! Die ursprüngliche Idee des “Sell-Outs” stammt doch aus Amerika, wo sich Underground Bands entscheiden müssen, von einem Label gesigned werden zu wollen um vielleicht irgendwie Geld mit ihrer Musik zu machen oder sich bei ihren Fans nicht unbeliebt zu machen und es sein zu lassen!
nadine: Ihr habt einen sehr engen Kontakt zu Euren Fans, könntest Du Dir vorstellen Dich anders zu verhalten? Euch als Band mehr von den Fans abzuheben?
gordon: Ich bin total begeistert von der Idee genau das Gegenteil von dem zu sein! Distanzierter. Sich den Fans gegenüber merkwürdig zu verhalten!

nadine: Könntest Du Dir wirklich vorstellen in Zukunft mal so zu sein?
gordon: Um ehrlich zu sein mag ich die Art und Weise wie die Manic Street Preachers ihre Fans behandeln! Sie haben diese „Wir sind die Band und wir wissen alles am besten und unsere Fans lieben uns sowieso“-Attitüde. Und ich mag die Idee seine Fans ein wenig aufzuziehen, aber das wäre einfach nicht Ich. Ich hatte einen normalen Job am Schreibtisch! (Pause) ICH HATTE EINE KARRIERE (lacht). Ich meine, ich MUSS nicht in einer Band spielen.
nadine: Vielleicht hast Du ja irgendwann so eine Art zweite Karriere in Deinem alten Beruf. Allerdings nur dann, wenn Ihr nicht die Rolling Stones nacheifert.
gordon: Ja! Ich meine doch nur, dass ich das alles nicht tun muss. Also muss ich auch niemandem etwas vormachen. Es geht ja auch nicht um mich als Person sondern um den Erfolg, den ich als Mitglied von Bloc Party habe. Und wenn wir ein Flop sein sollten werde ich trotzdem noch die gleiche Person sein, die ich jetzt bin!
nadine: Das hoffe ich doch mal. Manche Mitglieder in anderen Bands scheinen es nicht zu realisieren, dass sie sich verändern.
gordon: Das ganze scheint ein riesen Akt für Menschen zu sein. Und in gewisser Weise kann ich es nachvollziehen warum einige das machen, immerhin ist es sehr schwer in dieser Branche Fuß zu fassen, Erfolg zu haben. Viele denken „Wenn ich dies oder das jetzt nicht mache, wird es jemand anderes tun und mir meinen Platz streitig machen“. Aber ich bin nicht so, mir geht es um die Musik. Glaub´s oder nicht.

nadine: Ich kann mir vorstellen, dass sich Dein Leben besonders in den letzten Monaten ungeheuer verändert haben muss…
gordon: Ja, besonders in den letzten sechs Monaten! Was sich vor allem verändert hat ist, dass ich jetzt nicht mehr jeden Morgen um 7 aufstehen muss um zur Arbeit zu gehen! Ich stehe jetzt auf, gehe ins Internet auf unsere Webseite und mache auch die Designs dafür. Das mache ich, wenn wir nicht gerade auf Tour sind oder proben. Es gibt zur Zeit nichts, was ich nicht mag von dem was ich tue. Das einzige, und wirklich Schlimmste, das man in einer Band tun muss ist für Fotos zu posen! Wir haben ein paar Pressefotos machen lassen und hatten Probleme damit! Also haben wir Eis gekauft und uns so fotografieren lassen, aber die Fotos sind Müll!

nadine: Wenn Ihr probt, kommt es dann manchmal vor, dass Ihr Euch überhaupt nicht einigen könnt und eine gute Idee einfach deswegen sein lasst?
gordon: Wir sind an einem Punkt angelangt, wo nichts funktioniert, wenn wir nicht alle derselben Meinung sind und wissen inzwischen, was funktioniert und was nicht. Ich freu mich schon auf unser erstes Album! Normalerweise proben wir 4 Tage die Woche wenn wir nicht auf Tour sind, aber wir hatten nicht genug Zeit seitdem wir mit den Aufnahmen der Platte fertig sind. Kele hat immer neue Ideen, denkt ununterbrochen daran, was als nächstes passieren sollte.

nadine: Singst Du auch als Leadsänger auf dem Album oder auch nur im Hintergrund wie auf der EP??
gordon: Ich? Nein (seufzt).
nadine: Aha, Du würdest das also gerne machen?
gordon: Sehr gern sogar.
nadine: Hast Du mit Kele schon darüber gesprochen?
gordon: Ja, aber da wir so schnell arbeiten haben wir nicht so viel Zeit uns zurückzulehnen um darüber zu sprechen wie der nächste Song klingen sollte. Kele hat jetzt schon wieder 4 neue Lieder an denen wir gerade arbeiten! Man könnte sagen, dass ist eine kleine Schwachstelle in der Band. Aber vielleicht wird das ja was auf dem nächsten Album! Bei den Aufnahmen unserer ersten Platte haben wir uns allerdings mehr auf Harmonien und den Backgroundgesang konzentriert. Dabei war es egal, wer eigentlich singt. Die Grundlage eines Songs kam immer während der Proben. Ein Song auf dem neuen Album heißt z.B. „Blue Light“ – Kele singt, ich singe, Matt singt…
nadine: Matt singt auch?
gordon: Ja, wir haben ihm einfach ein Mikrophon unter die Nase gehalten und er ist gar nicht mal so schlecht! Ehrlich gesagt mag ich Bands nicht, in denen es lediglich um die Idee einer Person geht und die anderen nicht viel zu sagen haben. Ein Song sollte sich aus mehreren Teilen zusammensetzen, bei uns sind es 5 und Kele ist für 2 zuständig – Gesang und Gitarre! Bleiben noch mein Bass, Russells Gitarre und Matts Schlagzeug.

photo: courtesy of bloc party / dim mak records
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nadine: Was denkt Ihr als britische Band darüber, dass der NME Eure Musik so lobt? Denn besonders der NME scheint jede Woche einen neuen Hype zu fabrizieren. Nimmt man das dann noch ernst, was da über einen geschrieben wird?
gordon: Gerade wegen dieses wechselnden Hypes jede Woche waren wir ja nie wirklich im Vorteil. Der NME schreibt wirklich viel Müll über Musik und Szenen, was IN ist usw. alles Wunschdenken! Und wenn du erst einmal Teil davon bist, musst du aufpassen immer deine ehrliche Meinung zu sagen. Ursprünglich hat uns der NME in einem Interview einmal gefragt „Ihr seid die beste Band eurer Generation, findet ihr nicht?“ und wir waren total überrascht und meinten „Nö, eigentlich nicht“!
nadine: Meinst du das jetzt ernst?!
gordon: Klar, das war so lächerlich! Im Endeffekt haben sie dann ein Feature über die Tatsache gemacht, dass wir angeblich nicht richtig über unsere Musik reden wollten. Wenn Bands also angeboten wird, dass im NME über sie geschrieben wird und sie nicht sicher sind, ob das dann gedruckt wird, ist es nur einleuchtend, dass viele die Möglichkeit wahrnehmen und auf diese Frage mit „Ja, natürlich sind wir die beste Band“ antworten. Wir sagen aber lieber die Wahrheit.

nadine: Ihr scheint somit das komplette Gegenteil von Mando Diao zu sein, die sogar sagen sie seinen besser als die Beatles, Stones und alle anderen Bands zusammen.
gordon: Das hat etwas damit zu tun, ob man auf dem Boden geblieben ist oder nicht! Ich habe den ganzen Zirkus auch schon von der anderen Seite miterlebt. Ich wollte Musikjournalist werden um mir nicht irgendwelche Geschichten aus den Fingern zu saugen, sondern einfach nur die wahrheitsgemäß über Musik zu berichten. Mir gehen diese Mythen auf die Nerven, in denen Musiker darüber sprechen woher sie ihre Ideen für Songs herbekommen. Manche tun so, als wäre es magisch gewesen, als käme es „direkt von Gott zu ihrer Gitarre“ – solche Lügner! Ich habe mir von Anfang an vorgenommen die Wahrheit zu erzählen (lacht), das ist echt lustig, weil ich niemals beabsichtigt habe „die Stimme“ zu sein, und jetzt mache ich die meisten Interviews.

nadine: Euer Album ist in Dänemark aufgenommen worden. Warum gerade dort?
gordon: Das war die Idee unseres Produzenten. Wir wollten es nicht in London machen.
nadine: Um nicht abgelenkt zu werden?
gordon: Genau, viele Bands nehmen ihre Alben auf dem Land auf, in Wales zum Beispiel. Aber es hat sich dann herausgestellt, dass Dänemark um einiges billiger ist!
nadine: Und wie war die Arbeit da?
gordon: Ziemlich gut! Es fühlt sich so an, als wäre das schon ewig her! Ich habe nicht gemerkt, dass wir fast einen Monat in Dänemark verbracht haben. Wir haben uns stark auf das Album konzentriert und 16 Tracks aufgenommen, was echt nicht wenig ist. Okay, einige Bands nehmen ihr ganzes Album in 5 Tagen auf, aber wir wollten nicht einfach alles nach dem Live-Tape-Prinzip machen. Das hat sich eher ganz langsam aufgebaut, erst Schlagzeug, dann Bass, Sound, Gesang… (Gordons Handy klingelt)…zuviel Sound würde unsere Lieder auch wieder ruinieren. Deshalb werden die auch oft am Schlagzeug geschrieben.

nadine: Großartig, denn oft fühlen sich Schlagzeuger ja auch benachteiligt. Dave Grohl hat früher immer einen Witz erzählt, der nicht wirklich witzig war, aber der ging ungefähr so „Was ist das letzte, das ein Drummer zu seiner Band sagt, bevor er rausgeschmissen wird? – Hey Leute, ich habe eine Idee“. Das ist somit also genau das Gegenteil von dem, was Kele einmal gesagt hat, dass Matt die Band zusammenhält mit der Art und Weise wie er Schlagzeug spielt
gordon: Wenn man genau hinhört, kann man das sofort raushören! Ohne Matt ginge gar nichts. Die Songs würden ganz anders klingen! „She´s Hearing Voices“ zum Beispiel – das ist ein typischer Matt-Beat! Du kannst dich dem einfach nicht entziehen!


bloc party auf tour:
25.11.2004 Köln - Gloria (with interpol)
30.11.2004 Hamburg - Markthalle (with interpol)
06.12.2004 München - Muffathalle (with interpol)
07.12.2004 Berlin - S0 36 (with interpol)


mehr infos:
bloc party - bloc party ep >> bloc party
>> v2 records
>> dim mak records
>> bloc party - various mp3s

Titel:

Text:

 


schnell rein hier, sonst bleibt das ein monolog...

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