nordic walking
es hatte etwas bizarres an sich. vor knapp einem jahr sass ich zusammen mit meiner mitbewohnerin in einer hotel-lobby am ehrenfeldgürtel. eine art kongress-hotel mit einem interieur, das sich offenbar für das verkümmerte äußere des ladens schämte und deshalb bei jeder gelegenheit zu blitzen und blinken versuchte.
wir waren nicht ohne grund dort. nunja, eigentlich schon. zumindest ich. sie bat mich, sie zu begleiten, zu einem presse-termin. dort drehte es sich nicht um sie und ihre karriere, sondern um nordic walking. dieses ding, das neben rentnern und wanderfreunden auch irgendwelche jungdynamischen trendhopper für hip erklärt haben. bei dem man mit zwei stöcken im gehobenen tembo "walked" und fitness, blabla und nebenbei total dämlich aussieht.
wieso waren wir da? genau kann ich mich auch nicht mehr erinnern, aber es hatte etwas mit einer einladung des tourismusverbandes ihres heimatortes zu tun. der liegt zwar im schwarzwald, aber naja, die medien sind wo anders... dachte ich mir zumindest.
als uns dann ein graumelierter herr im gesetzten alter in den mit standard-getränken, häppchen und obst ausstaffierten konferenz-raum begleitete, musste ich erst einmal staunen. wir beide, zwei tourismus-verbandssprecher, drei lokal-journalisten. that's it!
fünf leute erfuhren vor knapp einem jahr, in welche richtung sich die fitness-welle innerhalb von 12 monaten bewegen (wortwitz, haha) sollte. fakten, grafiken, torten, die walking-stöcke, die eigenen wander-routen im schwarzwald: all das wurde präsentiert. "möchten sie es mal probieren? die stöcke müssen sie soundso halten, da kommt es auf die technik an!"
rückfragen der "presse".
"nein, so teuer ist das gar nicht. und man darf eben auch nicht den gesundheitsfördernden aspekt ausser augen lassen."
da wurde weiter von wachstumsprognosen gesprochen, vom ausbau in ganz deutschland, ach was: europa! wenn nicht noch weiter. gelegenheiten die man ergreifen müsse. sollte. natürlich in erster linie zu wohle des heimatortes.
mir wurde langweilig, meine augen begannen im raum herum zu schweifen. die informationen tröpfelten nur noch teilweise in meinen kopf. ich fragte mich, ob es jetzt besser war, hier oder in der langweiligen vorlesung zu sitzen, die ich statt dessen hatte ausfallen lassen. ich wusste es nicht.
"die häppchen schmecken nicht, das brot schmeckt scheisse..." klebte in einer gedankenblase über meinem kopf. der presse-termin war überstanden, small-talk um das buffet herum. warum "nordic-walking" auf einmal das neue ding sein bzw. werden sollte, erschloss sich mir immer noch nicht.
heute habe ich wieder eine gruppe junger manager-aliken typen beim "nordic walking" gesehen. dieses bild wirkte weniger bizarr, eher lächerlich. vor einigen jahren - als dotcom noch brodelte - waren es die scooter. davor die inlines. danach auch wieder. dann kiting, kuren, schlagmichtot. ihr macht doch wirklich jeden scheiss mit!
my god rides a skateboard!
wir waren nicht ohne grund dort. nunja, eigentlich schon. zumindest ich. sie bat mich, sie zu begleiten, zu einem presse-termin. dort drehte es sich nicht um sie und ihre karriere, sondern um nordic walking. dieses ding, das neben rentnern und wanderfreunden auch irgendwelche jungdynamischen trendhopper für hip erklärt haben. bei dem man mit zwei stöcken im gehobenen tembo "walked" und fitness, blabla und nebenbei total dämlich aussieht.
wieso waren wir da? genau kann ich mich auch nicht mehr erinnern, aber es hatte etwas mit einer einladung des tourismusverbandes ihres heimatortes zu tun. der liegt zwar im schwarzwald, aber naja, die medien sind wo anders... dachte ich mir zumindest.
als uns dann ein graumelierter herr im gesetzten alter in den mit standard-getränken, häppchen und obst ausstaffierten konferenz-raum begleitete, musste ich erst einmal staunen. wir beide, zwei tourismus-verbandssprecher, drei lokal-journalisten. that's it!
fünf leute erfuhren vor knapp einem jahr, in welche richtung sich die fitness-welle innerhalb von 12 monaten bewegen (wortwitz, haha) sollte. fakten, grafiken, torten, die walking-stöcke, die eigenen wander-routen im schwarzwald: all das wurde präsentiert. "möchten sie es mal probieren? die stöcke müssen sie soundso halten, da kommt es auf die technik an!"
rückfragen der "presse".
"nein, so teuer ist das gar nicht. und man darf eben auch nicht den gesundheitsfördernden aspekt ausser augen lassen."
da wurde weiter von wachstumsprognosen gesprochen, vom ausbau in ganz deutschland, ach was: europa! wenn nicht noch weiter. gelegenheiten die man ergreifen müsse. sollte. natürlich in erster linie zu wohle des heimatortes.
mir wurde langweilig, meine augen begannen im raum herum zu schweifen. die informationen tröpfelten nur noch teilweise in meinen kopf. ich fragte mich, ob es jetzt besser war, hier oder in der langweiligen vorlesung zu sitzen, die ich statt dessen hatte ausfallen lassen. ich wusste es nicht.
"die häppchen schmecken nicht, das brot schmeckt scheisse..." klebte in einer gedankenblase über meinem kopf. der presse-termin war überstanden, small-talk um das buffet herum. warum "nordic-walking" auf einmal das neue ding sein bzw. werden sollte, erschloss sich mir immer noch nicht.
heute habe ich wieder eine gruppe junger manager-aliken typen beim "nordic walking" gesehen. dieses bild wirkte weniger bizarr, eher lächerlich. vor einigen jahren - als dotcom noch brodelte - waren es die scooter. davor die inlines. danach auch wieder. dann kiting, kuren, schlagmichtot. ihr macht doch wirklich jeden scheiss mit!
my god rides a skateboard!
waldar - 8. Okt, 14:59
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