broken spindles - fulfilled / complete [saddle creek/indigo]
Mal eins vorneweg: Wer mit Elektronischer Instrumental-Musik nichts anfangen kann, der möge sofort weglesen. Wer allerdings offen gegenüber Neuem ist, dem rate ich, genau hinzusehen. Broken Spindles erweckt den Eindruck einer Band, zumindest einer Gruppe von Leuten. In Wirklichkeit dreht sich dort alles nur um Joel Peterson und dessen Sicht auf Musik. Das Musik nicht immer nur eindimensional orientiert sein muss, das hat er bereits in seiner Band-Historie mit The Faint bewiesen. Dort wurde als Indie-College Rock-Band gestartet und wo ist man angekommen? Genau!Und das er auch sperrig sein kann, das wird er mit seiner anderen Band Beep Beep im August beweisen. Andererseits gibt es auch noch etwas dazwischen. Die Leichtigkeit des Seins meets Elektronik meets Guitar-Riffs meets Vocal-Loops. Sololektro, wenn man das so sagen mag.
Nur eine kleine Anekdote (und zwar eine private): Vor gar nicht allzu langer Zeit sprach ich einen guten Freund an, er möge sich doch bitte mal The faint anhören. Gefiel ihm absolut nicht, die „Danse Macabre“ mochte er keinen Meter. „Retro-Kacke, gab es alles schon!“
Er ist – so bezeichne ich das mal ob des Platzmangels – Elektroniker. Im Sinne des Musikgeschmacks. Nun bat ich ihn vor kurzem einfach mal das Album „Fulfilled / Complete“ anzuhören, sparte ihm den The Faint-Background jedoch aus. Was soll ich sagen: Er war begeistert! Das trifft sich gut, er wird mit zum Konzert gehen.
Was das alles in einer CD-Besprechung soll? Nun, Broken Spindles stellt einen Konsens dar. Zwischen Indie, Elektronik, Klassik und Ambient. Klassik der vielen Streicher- und Klavier-Arrangements wegen, die von Zeit zu Zeit durch ein Gitarrenbrett durchbrochen werden. Indie der spärlichen Gitarrenbretter und der paar Textzeilen wegen. Elektronik wegen dieser Textloops sowie hellen als auch düsteren Synthie-Klängen. „Bastard“ würden das einige vielleicht nennen. Treffender und aussagekräftiger wäre jedoch „Hybrid“. Gerade in Stücken wie „Move away“, „Italian Wardrobe“ oder „Events & Affairs“ wird besonders deutlich, wie ausgereift und erwachsen die einzelnen Instrumentierungen wirken.Ein Album, das Zeit fordert. Ein Album, das einem allerdings auch einen Blick für Neues öffnet.
Und ganz nebenbei ist „Fulfilled / Complete“ ein hervorragender Ausblick auf „Wet from Birth“, das neue The Faint-Baby. Dort hat Joel nämlich auch nicht nur den Bass gespielt…
tracklisting:
01. induction
02. fall in and down on
03. song no song
04. to die, for death
05. move away
06. practice, practice, preach
07. italian wardrobe
08. events & affairs
09. harm
10. the dream
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broken spindles
saddle creek
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waldar - 27. Jul, 09:39
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