kunst - too kunst [fatal recordings]
Gitarre. Schlagzeug. Bass. Synthesizer. Gesang. Das wäre jetzt fast schon genug gesagt, um Musikstile zu beschreiben.Davon gab es sehr viele Bands in den letzten Jahren, die (Punk) Rock-Elemente mit elektronischen Klängen zusammenbrachten.
'Kunst' ist ein Quartett aus Lausanne. 'Kunst' sind entstanden - wo denn bitte sonst - an einer Kunstschule. "Too Kunst" heisst ihr erstes Album, das in seiner Gesamtkomposition sehr düster wirkt, sehr ruppig und rauh. Dieses Album macht es dem Hörer nicht leicht, von ansprechenden Melodien kann man manchmal nicht sprechen. Stücke wie "Kursk", die nicht gerade durch viel Text, dafür aber ein monotones "sime e simi simi simi" und eine kreischende Frauenstimme bestechen machen es schwer.
Die Stimme von Sängerin Virginie Burnier erinnert streckenweise an Karen O., hauptberuflich bei den 'Yeah Yeah Yeahs' beschäftigt, aber auch an die Bianca Spartas of 'Erase Errata'-Fame.
Genauso derb wie in ihrer Musik geht es in den Texten von 'Kunst' zu: Die erste Zeile beginnt mit "I am a sex machine", der vorletzte Song "Story Telling" besteht nur aus der Textzeile "Fuck me hard, nigga!".
Dazwischen wird so ziemlich alles aufgefahren, was Riot-Grrrl, Feminismus und Emanzipation einer Band geben kann, klare Ansagen, die zwischendurch immer wieder mit den oben genannten emanzipatorischen Strömungen kokettieren und gängige Klischees auf die Schippe nehmen. "Hey young boy / Are you a producer? / Well then fist me or I don't know"."Kunst" schweben irgendwo zwischen 'Erase Errata', 'Sonic Youth' und 'Neon King Kong', wollen mit "Too Kunst" bestimmt auch nicht gefällig sein. Ein Album, auf das man sich einlassen muss. Kunst, too...
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waldar - 6. Apr, 13:52
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