the elected - me first [subpop]
Schweine. Das sind schmutzige Tiere. Soviel weiß man spätestens seit 'Pulp Fiction'. Schweine haben aber auch etwas liebliches an sich, einen sympathischen, gutmütigen Charakter. Was will einem ein goldenes Schwein sagen? Schlachte mich? Verkaufe mich? Nein! Wohl eher: Halte mich in Ehren, ich bin etwas besonderes, ein Einzelstück, ich bin wichtig, ich bin ein Individuum.'Me First' heißt das erste Album von 'The Elected', neuester Release auf 'Sub Pop'. Seit den seeligen 'Nirvana'- Zeiten dürfte diesem Label nicht mehr so viel Aufmerksamkeit zugekommen sein, wie in den letzten drei Jahren: 'The Postal Service', 'Hot Hot Heat', 'The Shins', 'The Rapture'. Das sind alles klangvolle Namen, die Erwartungen schüren. Wer sind The Elected? Nur eine weitere Band aus dem Dunstkreis von Los Angeles? Weit daneben gegriffen! Vielmehr wird hier die Labelsymbiose in Reinkultur betrieben, Sub Pop meets Barsuk meets Saddle Creek. Und schon schliesst sich der Kreis wieder.
The Elected, das ist in erster Linie Sänger Blake Sennett, bekannt von Saddle-Creek-Darling 'Rilo Kiley'. Er ist die treibende Kraft hinter the Elected. Seine Stimme leitet durch Folk-/Countrysongs gepaart mit Synthesizer-Klängen und teilweise nach Ambient bis C64 anmutenden Beats, dazwischen einige 60s-Anleihen. Das war aber noch nicht alles. Neben ihm besteht dieses "Soloprojekt" aus Orenda Fink ('Azure Ray'), Daniel Brummel ('Ozma'), Schmed ('Arlo'), Mike Bloom ('The Caveman'), Jason Boesel & Jenny Lewis ('Rilo Kiley') und Jimmy Tamborello ('The Postal Service'), die es sich nicht haben nehmen lassen, an diesem Album mitzuarbeiten. Noch nicht ganz überzeugt? Aufgenommen und Produziert wurde das Album mit niemand anderem als Mike Mogis ('Saddle Creek'), und der hat ja durch seine Arbeit mit 'The Faint', 'Cursive' und 'Bright Eyes' schon oft genug seine Erstklassigkeit bewiesen.
Genug der Lobhudelei, genug des Namedropping. Bei 'Me First' geht es nicht darum, mit der perfekten Band aufzutreten, das ist kein All-Star-Game! Es geht vielmehr um den Versuch, traditionelle amerikanische Musik wie Country und Folk mit Indie zu verbinden, durch den Einsatz von elektronischen Elementen und E-Gitarren zu karikieren, liebevoll umzudeuten. Die Konstruktion des Alltags in der postmodernen Gesellschaft. Das Credo, das jeder Soziologie-Student im ersten Semester aufschnappt. Die Welt überschlägt sich, wird schneller, wächst näher zusammen, wird globalisiert, globalisiert sich selbst. 'Me First' ist der Gegenentwurf dazu. Leben im Hier und Jetzt, frei nach dem Motto "Home is where the heart is".
Nichts passt dazu besser als "C'mom Mom": "And it's a bad rain today so let's try not to speak of old times / And it's a long shot but I'm looking for the good / Just like you told me to do but I'm told it takes Practice to improve..."
mehr infos:
the elected
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the elected - go on [
lies den gesammelten wahnsinn auf smash-mag.com...
waldar - 18. Mrz, 20:40
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