rilo kiley - 15.09.03 - köln - gebäude 9
"I guess, I play things worst"

Rilo Kiley hatten gewonnen. Wieder eine neue Gruppe mit Langzeitpotential in meiner Hitliste. Der Abend war gerettet. Voller hätte es sein können. Ich bekam schon ein schlechtes Gewissen wegen der Akkreditierung. Im Vorfeld dieses Abends hatte mir auch noch der Deutschland-Promoter von Saddle Creek bzw. Rilo Kiley einen Interview-Wunsch mit der Band gecancelled. "Kennst Du denn Saddle Creek und die Band? Wir wollen dass das vernünftig gemacht wird. Ich bin da eher skeptisch!" Tut mir einen Gefallen und entscheidet selbst. Nachdem ich mich auch nicht perfekt vorbereitet hatte (ich war mit der Vorstellung eines ausverkauften Hauses am Gebäude 9 aufgetaucht) konnte ich nach der Show doch noch Jenny aka The face of Rilo Kiley zu einem kleinen Gespräch bewegen. Sehr sympathisch diese Frau, nett, lustig. Gerne wieder!
Nach ein wenig Small-talk über Tour, Bayern und deutsche Biersorten konnten wir anfangen.
Location: Treppenhaus @ Gebäude 9 (eigentlich wollte sie das Interview im Klo machen, aber: smelled like teen spirit)
waldar: O.K. Lass uns anfangen. Erzähl bitte etwas über Rilo Kiley. Wie habt Ihr zusammengefunden, seit wann macht Ihr zusammen Musik?
Jenny: Also. Ich habe Blake über eine Freundin von mir kennen gelernt. Sie wusste, dass wir beide Musik machen.Und so hat sie uns vorgestellt, wir trafen uns und versuchten ein wenig zusammen zu spielen, aber es klappte nicht so gut. Blake meinte nur: "Wer ist diese Frau, ich mag das nicht..." Aber, ähm, wir trafen uns noch mal und es machte "Klick". Ich hatte ein 4-Spur-Aufnahmegerät, Blake nahm einige Gitarrenstücke auf, ich nahm ein paar Sachen auf und es hörte sich einfach gut an.
Ja, und so begannen wir zusammen zu spielen. Das ist jetzt so 7 Jahre her. Wir baten Duke [aka Pierre de Reeder] mit uns zu spielen, er spielt Bass und dann hatten wir einen Drummer, Dave Rock.
[Dave spielt allerdings nicht mehr bei Rilo Kiley. And Jason Boesel does a quite good job!]
Unsere Selbstgedrehten Zigaretten wollen nicht so wirklich schmecken, sehen zusätzlich auch noch grottenschlecht aus.
Jenny: Normalerweise rauche ich nicht.
waldar: Ich rauche eigentlich auch nicht, aber...
Jenny: Du solltest nicht rauchen. (lachend)
waldar: Ja, ich weiß. Anyway, ähm...
Jenny: Anyway. Blake & ich spielten zusammen, wir trafen Duke, wir hatten einen Drummer und begannen in Los Angeles zu spielen. Wir gingen auf Tour, nahmen eine Platte auf in Omaha, zusammen mit unserem Freund Mike Mogus, der wirklich fantastisch ist und, ja, hier sind wir.
waldar: Ihr habt doch "Take-offs and Landings" zuerst auf Eurem eigenen Label "Rilo Records" veröffentlicht.
Jenny: Ja, aber es war kein wirkliches Label. Es war nur? Wir produzierten eine EP, nachdem wir eine Weile in unserer Heimatstadt gespielt hatten und wir dachten, wir brauchen etwas um es bei Shows zu verkaufen. Wir pressten die EP zuhause, verkauften Sie, wussten aber nicht wirklich, wie wir das Label nennen sollten, also nannten wir es "Rilo Records". Nicht wirklich ein origineller Name, wenn Deine Band Rilo Kiley heißt...
waldar: Wofür steht Rilo Kiley?
[Diese Frage hat mich vor dem Interview bereits stutzen lassen. Es gibt verschiedene Versionen zur Entstehung des Bandnamens, Jenny erfindet wohl gerne mal eine neue. Da ich diese hier aber bereits an anderer Stelle gelesen hatte, scheint sie mir glaubhaft genug. thx Jenny]
Jenny: Also. Rilo Kiley basiert größtenteils auf einem Traum den Blake hatte, von einem alten Iren am Ende einer Bar, der den Tag meines Todes vorhersagt. (lachend) Der Name von diesem alten Mann war Rilo Kiley. Blake erzählte mir die Geschichte, wir hatten keinen anderen Namen, also wählten wir diesen merkwürdigen Traum.
waldar: Wie seid Ihr mit den Leuten von Saddle Creek zusammengekommen? Ihr seid die einzige Band außerhalb von Omaha? Zumindest im Moment.
Jenny: Es dauert ungefähr zwei Tage um von L.A. nach Omaha zu kommen. Nur um dir einen Eindruck zu geben, wie weit es ist, es dauert wirklich lange. Wir hatten noch nie in Omaha gespielt, jedenfalls noch nicht vor unserer Tour mit "Superchunk" - eine wirklich beeindruckende Band. Der andere Opener waren "The Good Life". Tim Kasher von "Cursive" spielt in der Band. Wir trafen uns und wurden Freunde. Als wir darüber sprachen ein Album aufzunehmen meinte er dann: "Wieso kommt ihr nicht mit zu meinem Freund Mike Mogus nach Nebraska? Wir sind da auf Tour und machen dort einfach einen Stop um ihn zu treffen." Ja, und das taten wir. Und es war großartig.
waldar: Also, es war nicht so, dass die Euch "entdeckt" haben, Euch verbindet Freundschaft?!
Jenny: Also Tim, der im wesentlichen Saddle Creek ist, weißt du, das Label wird von den Bands genauso betrieben. Wenn Bands rausgebracht werden hören sich das Tim und Conor, Ted und die anderen an. Und als wir das Album aufgenommen hatten, kamen einige Leute zu uns und hörten sich die Sachen an und dachten sich: "Hmm, vielleicht könnten wir uns so was anhören... später!"
Und Mike Mogus meinte nur: "Ja, Ihr solltet die Platte auf Saddle Creek rausbringen."
waldar: Ich weiß, Du wirst wahrscheinlich oft darauf angesprochen, aber kannst Du mir etwas über Dich und Deine Zeit als Schauspielerin erzählen? Spielst Du immer noch?
Jenny: Nein, das tue ich nicht mehr, aber das war ein großer Teil meines Lebens. Ich habe angefangen als ich 3 Jahre alt war. Wenn Du in L.A. lebst, bietet sich diese Möglichkeit geradezu an, eher als wenn Du in ...ääh München... lebst.
Also, ich habe in wirklich jungem Alter angefangen, meine Mutter, es klappte eben das ich Werbeaufträge bekam und dann "arbeitete" ich bis, ich glaube, bis ich 19 Jahre alt war.
Und dann realisierte ich, dass ich es nicht wirklich mag. Es machte nicht so viel Spaß und Du hast nicht viel kreative Kontrolle. Egal wie Du etwas spielst, der Regisseur hat das letzte Wort und kann Sachen einfach rausschneiden. Also, Du spielst etwas in einer bestimmten Art und dann siehst Du es und denkst Dir: "That sucks!"
Ich war einfach gelangweilt. Und, hm, ich habe Musik schon immer geliebt, habe seit langer Zeit Musik geschrieben und dachte mir: "Hey, Musik ist viel besser!"
waldar: Hast Du durch Deine Rollen Geld verdienen können?
Jenny: Als ich klein war habe ich meine Familie versorgt. Ja, hm, i payed the bills.
waldar: Wenn Du erwähnst, dass Du Deine Familie ernährt hast, wie sieht es jetzt so aus?
Jenny: Weißt Du, wir waren sehr arm. Wir haben eine Weile von Sozialhilfe gelebt und das war einfach ein lukratives Ding, und ich konnte mich um meine Familie kümmern, in a nice way. Aber an einem bestimmten Punkt bemerkst Du die große Verantwortung, im Alter von 12. Aber es war toll, es war eine tolle Zeit. Und, äh, wir sprachen über Johnny Cash am Tag nachdem er gestorben ist. Aber John Ritter ist auch gestorben. Kennst Du Ihn?
waldar: Nein, leider nicht.
Jenny: John Ritter war Jack Tripper in "Three?s Company", 70s Slapstick. Sehr bekannt in den USA.
Er starb, und ich, als ich 12 Jahre alt war, war in einer Fernsehshow zusammen mit ihm. Wir fanden heraus dass er gestorben ist und das war sehr traurig. Da dachte ich wieder: "Oh, Los Angeles, komische Verbindungen..."
waldar: Hatte Johnny einen großen Einfluss auf Dich und Euren Stil als Band?
Jenny: Wer, John Ritter? (lachend)
waldar: NeinNein, Johnny Cash.
Jenny: Oh ja, sicherlich. ich denke er beeinflusst alle, so viele Menschen die Musik spielen. Es ist sehr traurig zu hören, dass er nicht mehr da ist. Aber er hatte ein tolles Leben.
waldar: Welche anderen Musiker haben Dich beeinflusst?
Jenny: Hm. The Cure... Pixies... The Rapture. Das letzte Album ist großartig. Ich mag die YeahYeahYeahs.
[Die Frage zu Arnold Schwarzenegger als Gouverneurs-Kandidat in Kalifornien hat sie dann doch abgelehnt. "He is so embarrassing! A true Conservative. We can't talk about that!" Dafür darf sie die nächste Frage auswählen.]
Jenny: Songwriting Process! Ich glaube, das Songwriting ändert sich häufig bei Rilo Kiley. Mal schreibt Blake einen Song, oder ich schreibe einen melodischen Song und wir hören es zusammen an und arrangieren das Stück dann. Es ist nicht so ein Ein-Set-Ding.
waldar: Ihr tauscht während der Show schon mal die Instrumente. Spielt Ihr gleich gut?
Jenny: NeinNein. Es gibt eine Art Hierarchie, wer wie spielt. I guess, I play things worst. Ich bin was Technik angeht an letzter Stelle, Blake ist der beste Gitarrist, Jason der beste Drummer, Duke der beste Bassist. Also, ich spiele ein wenig Bass und Keys. Vielleicht bin ich die beste an der Orgel.
waldar: Was ist mit dem kleinen Tape-Recorder den Du während der Show benutzt hast? Was war auf dem Band?
Jenny: Das war eine holländische Werbung für Kosmetik, glaube ich, keine Ahnung was genau.
waldar: Ich bin da auf so ein Gerücht zu einer Verbindung von Blake mit NASCAR-Racing gestoßen... Fährt er selbst?
Jenny: Nein. Er ist kein guter Fahrer, überhaupt nicht. Er fährt auch nicht unsere Tour. Aber da war dieser Typ, der seit 5 Jahren ein großer Fan von RK ist - er kannte uns schon bevor wir auf Tour gegangen sind. Er lebt in Minneapolis und fährt Rennwagen, NASCAR. er hatte auf seinem Wagen "Rilo Kiley" geschrieben und ein Opossum, was wohl unser Maskottchen ist. Er hatte diesen Rennanzug machen lassen, auf dem "Rilo Kiley" steht und "Nascar". Er hatte den für Blake mitgebracht und, ähm, man kann rund eine Minute in Flammen stehen , es ist flammenfest. Man ist total geschützt.
waldar: Wow. Keine Brandgefahr mehr auf der Bühne... Ich muss Dich noch was fragen. Ihr hattet einen Song in Dawson's Creek. Ich persönlich mag die Serie nicht so sehr, aber erzähl bitte was darüber.
Jenny: Ich mag DC auch nicht. Aber die Produzenten machen diese coole Sache, was ungewöhnlich ist für große Shows. Nach jeder Folge featuren sie einen Clip von einer ungesigneden independent Band, und sie zeigen die Bands. Und wiederum, wenn du in L.A. lebst und noch kein Album draußen hast ist das wirklich cool. Vor allem weil der Produzent ein Freund von uns ist. Aber es ist einfach so, hm, fluff. Nichts besonderes zum Anschauen.
waldar: OK. Letzte Frage: Was sind Deine Interessen?
Jenny: Musik. Ich koche gerne.
waldar: Aha. Hast Du ein wirklich gutes Rezept anzubieten?
Jenny: Hm. Wenn ich Dir ein wirklich gutes Rezept verraten würde, wäre das nur ein Abklatsch von Mike Mogus, ein fantastischer Koch. Weißt Du, Copyright...
links:
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Rilo Kiley hatten gewonnen. Wieder eine neue Gruppe mit Langzeitpotential in meiner Hitliste. Der Abend war gerettet. Voller hätte es sein können. Ich bekam schon ein schlechtes Gewissen wegen der Akkreditierung. Im Vorfeld dieses Abends hatte mir auch noch der Deutschland-Promoter von Saddle Creek bzw. Rilo Kiley einen Interview-Wunsch mit der Band gecancelled. "Kennst Du denn Saddle Creek und die Band? Wir wollen dass das vernünftig gemacht wird. Ich bin da eher skeptisch!" Tut mir einen Gefallen und entscheidet selbst. Nachdem ich mich auch nicht perfekt vorbereitet hatte (ich war mit der Vorstellung eines ausverkauften Hauses am Gebäude 9 aufgetaucht) konnte ich nach der Show doch noch Jenny aka The face of Rilo Kiley zu einem kleinen Gespräch bewegen. Sehr sympathisch diese Frau, nett, lustig. Gerne wieder!
Nach ein wenig Small-talk über Tour, Bayern und deutsche Biersorten konnten wir anfangen.
Location: Treppenhaus @ Gebäude 9 (eigentlich wollte sie das Interview im Klo machen, aber: smelled like teen spirit)
waldar: O.K. Lass uns anfangen. Erzähl bitte etwas über Rilo Kiley. Wie habt Ihr zusammengefunden, seit wann macht Ihr zusammen Musik?
Jenny: Also. Ich habe Blake über eine Freundin von mir kennen gelernt. Sie wusste, dass wir beide Musik machen.Und so hat sie uns vorgestellt, wir trafen uns und versuchten ein wenig zusammen zu spielen, aber es klappte nicht so gut. Blake meinte nur: "Wer ist diese Frau, ich mag das nicht..." Aber, ähm, wir trafen uns noch mal und es machte "Klick". Ich hatte ein 4-Spur-Aufnahmegerät, Blake nahm einige Gitarrenstücke auf, ich nahm ein paar Sachen auf und es hörte sich einfach gut an.
Ja, und so begannen wir zusammen zu spielen. Das ist jetzt so 7 Jahre her. Wir baten Duke [aka Pierre de Reeder] mit uns zu spielen, er spielt Bass und dann hatten wir einen Drummer, Dave Rock.
[Dave spielt allerdings nicht mehr bei Rilo Kiley. And Jason Boesel does a quite good job!]
Unsere Selbstgedrehten Zigaretten wollen nicht so wirklich schmecken, sehen zusätzlich auch noch grottenschlecht aus.
Jenny: Normalerweise rauche ich nicht.
waldar: Ich rauche eigentlich auch nicht, aber...
Jenny: Du solltest nicht rauchen. (lachend)
waldar: Ja, ich weiß. Anyway, ähm...
Jenny: Anyway. Blake & ich spielten zusammen, wir trafen Duke, wir hatten einen Drummer und begannen in Los Angeles zu spielen. Wir gingen auf Tour, nahmen eine Platte auf in Omaha, zusammen mit unserem Freund Mike Mogus, der wirklich fantastisch ist und, ja, hier sind wir.
waldar: Ihr habt doch "Take-offs and Landings" zuerst auf Eurem eigenen Label "Rilo Records" veröffentlicht.
Jenny: Ja, aber es war kein wirkliches Label. Es war nur? Wir produzierten eine EP, nachdem wir eine Weile in unserer Heimatstadt gespielt hatten und wir dachten, wir brauchen etwas um es bei Shows zu verkaufen. Wir pressten die EP zuhause, verkauften Sie, wussten aber nicht wirklich, wie wir das Label nennen sollten, also nannten wir es "Rilo Records". Nicht wirklich ein origineller Name, wenn Deine Band Rilo Kiley heißt...
waldar: Wofür steht Rilo Kiley?
[Diese Frage hat mich vor dem Interview bereits stutzen lassen. Es gibt verschiedene Versionen zur Entstehung des Bandnamens, Jenny erfindet wohl gerne mal eine neue. Da ich diese hier aber bereits an anderer Stelle gelesen hatte, scheint sie mir glaubhaft genug. thx Jenny]
Jenny: Also. Rilo Kiley basiert größtenteils auf einem Traum den Blake hatte, von einem alten Iren am Ende einer Bar, der den Tag meines Todes vorhersagt. (lachend) Der Name von diesem alten Mann war Rilo Kiley. Blake erzählte mir die Geschichte, wir hatten keinen anderen Namen, also wählten wir diesen merkwürdigen Traum.
waldar: Wie seid Ihr mit den Leuten von Saddle Creek zusammengekommen? Ihr seid die einzige Band außerhalb von Omaha? Zumindest im Moment.
Jenny: Es dauert ungefähr zwei Tage um von L.A. nach Omaha zu kommen. Nur um dir einen Eindruck zu geben, wie weit es ist, es dauert wirklich lange. Wir hatten noch nie in Omaha gespielt, jedenfalls noch nicht vor unserer Tour mit "Superchunk" - eine wirklich beeindruckende Band. Der andere Opener waren "The Good Life". Tim Kasher von "Cursive" spielt in der Band. Wir trafen uns und wurden Freunde. Als wir darüber sprachen ein Album aufzunehmen meinte er dann: "Wieso kommt ihr nicht mit zu meinem Freund Mike Mogus nach Nebraska? Wir sind da auf Tour und machen dort einfach einen Stop um ihn zu treffen." Ja, und das taten wir. Und es war großartig.
waldar: Also, es war nicht so, dass die Euch "entdeckt" haben, Euch verbindet Freundschaft?!
Jenny: Also Tim, der im wesentlichen Saddle Creek ist, weißt du, das Label wird von den Bands genauso betrieben. Wenn Bands rausgebracht werden hören sich das Tim und Conor, Ted und die anderen an. Und als wir das Album aufgenommen hatten, kamen einige Leute zu uns und hörten sich die Sachen an und dachten sich: "Hmm, vielleicht könnten wir uns so was anhören... später!"
Und Mike Mogus meinte nur: "Ja, Ihr solltet die Platte auf Saddle Creek rausbringen."
waldar: Ich weiß, Du wirst wahrscheinlich oft darauf angesprochen, aber kannst Du mir etwas über Dich und Deine Zeit als Schauspielerin erzählen? Spielst Du immer noch?
Jenny: Nein, das tue ich nicht mehr, aber das war ein großer Teil meines Lebens. Ich habe angefangen als ich 3 Jahre alt war. Wenn Du in L.A. lebst, bietet sich diese Möglichkeit geradezu an, eher als wenn Du in ...ääh München... lebst.
Also, ich habe in wirklich jungem Alter angefangen, meine Mutter, es klappte eben das ich Werbeaufträge bekam und dann "arbeitete" ich bis, ich glaube, bis ich 19 Jahre alt war.
Und dann realisierte ich, dass ich es nicht wirklich mag. Es machte nicht so viel Spaß und Du hast nicht viel kreative Kontrolle. Egal wie Du etwas spielst, der Regisseur hat das letzte Wort und kann Sachen einfach rausschneiden. Also, Du spielst etwas in einer bestimmten Art und dann siehst Du es und denkst Dir: "That sucks!"
Ich war einfach gelangweilt. Und, hm, ich habe Musik schon immer geliebt, habe seit langer Zeit Musik geschrieben und dachte mir: "Hey, Musik ist viel besser!"
waldar: Hast Du durch Deine Rollen Geld verdienen können?
Jenny: Als ich klein war habe ich meine Familie versorgt. Ja, hm, i payed the bills.
waldar: Wenn Du erwähnst, dass Du Deine Familie ernährt hast, wie sieht es jetzt so aus?
Jenny: Weißt Du, wir waren sehr arm. Wir haben eine Weile von Sozialhilfe gelebt und das war einfach ein lukratives Ding, und ich konnte mich um meine Familie kümmern, in a nice way. Aber an einem bestimmten Punkt bemerkst Du die große Verantwortung, im Alter von 12. Aber es war toll, es war eine tolle Zeit. Und, äh, wir sprachen über Johnny Cash am Tag nachdem er gestorben ist. Aber John Ritter ist auch gestorben. Kennst Du Ihn?
waldar: Nein, leider nicht.
Jenny: John Ritter war Jack Tripper in "Three?s Company", 70s Slapstick. Sehr bekannt in den USA.
Er starb, und ich, als ich 12 Jahre alt war, war in einer Fernsehshow zusammen mit ihm. Wir fanden heraus dass er gestorben ist und das war sehr traurig. Da dachte ich wieder: "Oh, Los Angeles, komische Verbindungen..."
waldar: Hatte Johnny einen großen Einfluss auf Dich und Euren Stil als Band?
Jenny: Wer, John Ritter? (lachend)
waldar: NeinNein, Johnny Cash.
Jenny: Oh ja, sicherlich. ich denke er beeinflusst alle, so viele Menschen die Musik spielen. Es ist sehr traurig zu hören, dass er nicht mehr da ist. Aber er hatte ein tolles Leben.
waldar: Welche anderen Musiker haben Dich beeinflusst?
Jenny: Hm. The Cure... Pixies... The Rapture. Das letzte Album ist großartig. Ich mag die YeahYeahYeahs.
[Die Frage zu Arnold Schwarzenegger als Gouverneurs-Kandidat in Kalifornien hat sie dann doch abgelehnt. "He is so embarrassing! A true Conservative. We can't talk about that!" Dafür darf sie die nächste Frage auswählen.]
Jenny: Songwriting Process! Ich glaube, das Songwriting ändert sich häufig bei Rilo Kiley. Mal schreibt Blake einen Song, oder ich schreibe einen melodischen Song und wir hören es zusammen an und arrangieren das Stück dann. Es ist nicht so ein Ein-Set-Ding.
waldar: Ihr tauscht während der Show schon mal die Instrumente. Spielt Ihr gleich gut?
Jenny: NeinNein. Es gibt eine Art Hierarchie, wer wie spielt. I guess, I play things worst. Ich bin was Technik angeht an letzter Stelle, Blake ist der beste Gitarrist, Jason der beste Drummer, Duke der beste Bassist. Also, ich spiele ein wenig Bass und Keys. Vielleicht bin ich die beste an der Orgel.
waldar: Was ist mit dem kleinen Tape-Recorder den Du während der Show benutzt hast? Was war auf dem Band?
Jenny: Das war eine holländische Werbung für Kosmetik, glaube ich, keine Ahnung was genau.
waldar: Ich bin da auf so ein Gerücht zu einer Verbindung von Blake mit NASCAR-Racing gestoßen... Fährt er selbst?
Jenny: Nein. Er ist kein guter Fahrer, überhaupt nicht. Er fährt auch nicht unsere Tour. Aber da war dieser Typ, der seit 5 Jahren ein großer Fan von RK ist - er kannte uns schon bevor wir auf Tour gegangen sind. Er lebt in Minneapolis und fährt Rennwagen, NASCAR. er hatte auf seinem Wagen "Rilo Kiley" geschrieben und ein Opossum, was wohl unser Maskottchen ist. Er hatte diesen Rennanzug machen lassen, auf dem "Rilo Kiley" steht und "Nascar". Er hatte den für Blake mitgebracht und, ähm, man kann rund eine Minute in Flammen stehen , es ist flammenfest. Man ist total geschützt.
waldar: Wow. Keine Brandgefahr mehr auf der Bühne... Ich muss Dich noch was fragen. Ihr hattet einen Song in Dawson's Creek. Ich persönlich mag die Serie nicht so sehr, aber erzähl bitte was darüber.
Jenny: Ich mag DC auch nicht. Aber die Produzenten machen diese coole Sache, was ungewöhnlich ist für große Shows. Nach jeder Folge featuren sie einen Clip von einer ungesigneden independent Band, und sie zeigen die Bands. Und wiederum, wenn du in L.A. lebst und noch kein Album draußen hast ist das wirklich cool. Vor allem weil der Produzent ein Freund von uns ist. Aber es ist einfach so, hm, fluff. Nichts besonderes zum Anschauen.
waldar: OK. Letzte Frage: Was sind Deine Interessen?
Jenny: Musik. Ich koche gerne.
waldar: Aha. Hast Du ein wirklich gutes Rezept anzubieten?
Jenny: Hm. Wenn ich Dir ein wirklich gutes Rezept verraten würde, wäre das nur ein Abklatsch von Mike Mogus, ein fantastischer Koch. Weißt Du, Copyright...
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waldar - 30. Jan, 20:46
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