wenn man so gegen 7 uhr morgens nach einer nachtschicht auf der arbeit am flughafen köln-bonn aufschlägt, mit müdigkeit als auch vorfreude in den knochen, dann sind die hürden niedrig. dann nimmt man die drei sicherheitskontrollen zur kenntnis, ohne sich zu sehr über den augenscheinlich hohen kostenfaktor zu echauffieren. die lange wartezeit tut dann nicht mehr weh und sich von einem saarländischen bgs-beamten keck auf den eigenen geburtsort ansprechen zu lassen ist dann auch nicht so verkrampft nervig. dann steigt man als so ziemlich letzter in seinen sitz im flugzeug - gangseite - schließt gurt und augen und wacht irgendwann in london auf, mit leichtem sabberfaden im mundwinkel. okay, okay, unschöne fantasie, aber es war guter schlaf!

dann kommt man in london an, geht zwecks ticketkaufs richtung gatwick express, reiht sich in die lange schlange ein, bemerkt eine noch längere schlange hinter sich, bedient den automat und löst ein ticket, nur um nach erhalt von ticket und rückgeld lange gesichter hinter sich zu bemerken, nachdem der ticketautomat sich in den datenhimmel verabschiedet hat. gelungener einstand und mindestens 10 sympathie-punkte für den german kraut.

das hotel findet sich nach ca. 10 mal hin- & her-laufen auf der oxford-street doch direkt um die ecke der u-bahn-station, diese unübersicht schreibt man dann der müdigkeit zu. die lobby ist blau beleuchtet, kultur und kunst pur inklusive kleinem wasserfall hinter der hp-bespoteten glasscheibe und der concierge - paul - teilt einem auf deutsch mit, dass eine nachricht für mich vorliegt.
"aha, welche denn?" - "na, das steht ja hier auf dem bogen..."
auf dem bogen steht nichts, außer, dass ich eine nachricht habe.
"aha, und was sagt mir das?" - "dass sie eine nachricht haben!"
...
"aha. nur damit ich das richtig verstehe: dieser zettel ist die nachricht, dass ich hier nachrichten empfangen kann oder dass ich tatsächlich eine nachricht habe?" - "willkommen in england!"
aha.
nach dem check-in kommt das zimmer, im zimmer die erleuchtung im bad (grün). nämlich die, dass 4 sterne in england zwar durchaus auch 4 sterne in deutschen hotels wiederspiegeln. nur dass auf der insel gerne die zimmertüren nicht bündig abschließen und man sich somit vorkommt, als stünde man mitten auf dem flur. das bett jedenfalls ist bequem, das wasser gratis und der monitor verleitet zur bbc. da die bbc langweilig ist zappt man rum und wird dann vom schreck gepackt, als man "vera am mittag" in england auf augen und ohren bekommt. aus! schlafen!


um 17 uhr kommt man dann aus dem quark, trabt durch das bad und anschließend die lobby, die oxford-street rauf und runter, in den hmv (teufel, aber gut sortiert!) und dann zurück ins hotel, um uta zu treffen. uta macht die promo für
kemado records und war auch die freundliche organisatorin dieses london-trips. bigups for that, once again! dann lecker abendessen beim asiaten (grüne curry-suppe mit huhn und schärfe, pappig-guter reis und coca coola, 9 pfund) und bier im pub. und dann schnell noch den sinn und zweck des trips erfüllen:
diamond nights aus new york im
metro club. gestresse an der kasse wegen 3 pfund, unten im keller ist das sehr rot und erinnert an das alte
underground, nur mit dem fetteren booking (3 bands/night). das bier schmeckt dann auch hier, die preise hingegen nicht, aber das muss wohl so sein und engländer würden wohl sagen, die preise da seien immer noch ein witz!


unten steppen gerade einige kleine jungs, die man noch nicht einmal teenager nennen kann von der bühne. einmetersechzig punkscheiss,
dv8 heissen die und kommen aus den staaten, gucken grimmig drein, überzeugen dank fehlendem bartwuchs (egal wo) leider nicht. danach dann arbeit! macht aber spaß, irgendwie.
diamond nights haben diesen 70s/80s-stadionrock-scheiss sehr gut drauf, eins-a-gesten und stimmung, auch wenn die engländer vor der bühne noch verkrampfter rumstehen als die kölner. schöne, ordentliche r'n'r-scheisse, diskoeinflüsse (wenig), entertainment ohne spandex und mit einem richtig schön ramones-lastigen drummer. hach ja, "saturday's fantastic".


wenn die mal wieder richtig spaß haben wollen, dann gehen sie die gucken! astreiner spaß. im anschluß daran gespräch mit simon, dominic und keith von kemado, die allesamt super-sympathisch sind. und die tatsache, dass keith beinahe seine kumpels von
dfa1979 für kemado gesigned hätte macht das label noch sympathischer.
dann soll man noch zusammen abstürzen, sieht
anthrax auf der straße -
metal hammer sei dank - und verliert sich auf den montags-abends wirklich stark gefüllten straßen. der geldautomat will kein geld rausrücken - es kommt kein geld aus der wand, herr wiebusch! - und somit fällt dann auch der trip zum
babyshambles-gig in islington dank nur noch 7 pfund in der hosentasche aus. egal, war ja alles gut bisher!
dann gab es ein aufwachen nach dem frühstücks-buffet, einen verschlenderten tag in london, eine lange rückreise und ein heimisches bett. war gut, gerne wieder! dann aber mit kreditkarten...
>> diamond nights - destination diamonds [

/4,7 mb]