Sonntag, 20. Februar 2005

ted leo & the pharmacists [lookout! records/cargo records]


ted leo & the pharmacists - shake the sheets reviewWenn man sich auf persönliche Begeisterung einlässt, der inneren Aufwühlung nachgibt; der Euphorie freien Lauf und der Kritik kaum eine Chance lässt, dann verwendet man erstens viele zu positiv besetze Attribute in einem Satz und stellt sich zweitens selbst auf die dünnste Stelle des Eises. Und kurz bevor jetzt selbiges einbricht, gebe ich Dir - werter Leser - Mr. Ted Leo an die Hand.

some suggestions: go ahead & support the artists by buying the album! Anfang August 2004 begann die verhängnisvolle Leidenschaft: Ein guter Bekannter beharrte ausdrücklich darauf, dass Ted Leo & The Pharmacists meine neue Liebe sein sollten. Dass darin meine feuchten Indie-Träume erfüllt würden. Dass ich meinen Begriff von Power-Pop umdefinieren bzw. aus dem Gedächtnis streichen würde. Oder mich wohlwollend an die rudimentären Überreste meiner Punkrock-Sozialisation erinnern und sofort wieder den Blick nach vorne richten würde. Und das war noch zu Zeiten von "Hearts Of Oak". Die nächste Keule teilte Radio 4-Gitarrist Tommy Williams aus, als er mir einige Wochen später während des Monsters Of SPEX im Kölner Tanzbrunnen Mr. Ted Leo ob seiner Live-Qualität ans Herz legte. Ende Oktober schließlich, als ich "Shake The Sheets" mit Absender-Adresse in den USA aus dem Briefumschlag zu zittern versuchte, war es da: Das Gefühl vom ehrlichen Songwriting, dass mir keine Tränen entlocken oder pathetisch klingen will. Das Album, das meinen politischen Idealen auf die Schulter klopft um sie auf einen Drink mit an die Theke zu nehmen.

ted leo                photo: courtesy of ted leo / cathy bauer / lookout! records Ende der 90er stand Leo mit "Chisel" noch in den Überbleibseln seiner Musikerlaufbahn: Seit 1999 war man mit Ted Leo RX/Pharmacists, vier Alben und einer EP schon wieder aus der Plattenladen-Tuschel-Dimension straight on the way to Indie-Superstardom. Gereift. Gewachsen. Bodenständig. "There’s no more bad weather underground." Produziert von Chris Shaw, der mit seinen bisherigen Kunden wie Ween und Jon Spencer die Mitte von "Shake The Sheets" relativ gut verortbar macht. Ausgefeilte Texte, fröhlich-wütend den Moloch New York samt Peripherie antizipierend und mit Assoziationsmöglichkeiten nur so um sich schmeißend. Verweise auf stilistische Ausflüge Richtung Punk greifen zu weit, ein Runterreden Richtung Pop bei weitem zu kurz. Von welcher Seite man Ted Leo auch anpackt, man droht seine eigenen Schubladen vor die Stirn geknallt zu bekommen. Und fühlt sich dabei denoch fabelhaft!


tracklisting:
01. Me And Mia [mp3-file]
02. The Angels' Share
03. The One Who Got Us Out
04. Counting Down The Hours
05. Little Dawn [quicktime-file/wmv/video/live @ conan o'brien_11.02.05]
06. Heart Problems
07. Criminal Piece
08. Better Dead Than Lead
09. Shake The Sheets
10. Bleeding Powers
11. Walking to Do


ted leo & the pharmacists auf tour:
13.03. Flensburg - Volksbad
14.03. Hamburg - Molotow
15.03. Berlin - Magnet
16.03. Saarbrücken - Hellmut
17.03. Köln - Bürgerhaus Stollwerck (mit Samiam)
18.03. Nürnberg - Komm
20.03. A-Graz - Arcadium
21.03. A-Wien - Arena
06.05. Hannover - Bei Chez Heinz
21.05. Eichstätt - Rock am Berg
03.07. Leipzig - With Full Force-Festival


mehr infos:
ted leo & the pharmacists - shake the sheets VÖ: 28.02.2005
>> ted leo & the pharmacists
>> lookout records
>> cargo records
>> ted leo & the pharmacists - me & mia [real.media-file/wmv/video/stream]
>> timorous me - ted leo/rx fan community
>> ted leo @ wikipedia.com


lies den gesammelten wahnsinn auf spex.de

kaos - hello stranger [!k7 records/rough trade]


kaos - hello stranger reviewZur Einleitung: Funkyness muss und braucht jeder. Auch den Indie-Touch sollte man als Elektronika-Label nie ganz außer Acht lassen: Ohne geht nicht mehr, das haben die letzten Jahre gezeigt und z.B. Warp Records mit !!! und Maximo Park auch mehr als eindrucksvoll bewiesen.

So soll es also sein - 2005 - hallo, herzlich willkommen in der Indie-Disco. Das deutsche Label !K7 unterstrich diesen Trend schon vor rund zwei Jahren, als mit Rob Gallagher alias Earl Zinger, Tiga und auch den Fehlfarben das Genre-Hopping mehr als Salonfähig gemacht wurde. Nicht zuletzt erwies sich die DJ-Kicks-Reihe immer wieder als Richtungsweisend und ließ sich von Erlend Øye im vergangenen Jahr eine hübsche Krone aufsetzen. Aber zurück zur Funkyness.

dj kaos                  photo: courtesy of dj kaos / ghost cauldron / !k7 records
<br />
Mit "Hello Stranger" legt Kaos eine neue Platte nach, die mit großen Schritten die Clubs erobern will. Ein Produzenten-Album, für das nicht nur der Name DJ Kaos sondern im gleichen Atemzug auch Ghost Cauldron und Terranova gedropped werden müssen. Bis hier hin und nicht weiter. Ab da geht es in Richtung Funkalectrica (sollte dieser Begriff bis jetzt noch nicht genannt sein, so erhebt der Autor hiermit Anspruch auf die neue Schublade). "Durchdacht", war so ziemlich das Erste, was mir beim ersten Hören von "Hello Stranger" durch den Kopf schoss, kurz danach folgten "tanzbar", "Spaß", "warm" und "Plattensammlung". Zur Begriffsklärung: "Durchdacht", weil "Hello Stranger" ein Produzentenalbum ist, das zwar durch die Hände eines Mannes ging, allerdings nicht auf traditionelle Band-Arbeit verzichtet wurde. Die Liste der Kollaborateure klingt nach wichtigem Album: New-York Importe wie Matt B. Safer von The Rapture und Jason Friedman, daneben Berlin als US-Exil mit Daniel Wang sowie als kreative Keimzelle der hiesigen Musikszene (Khan & Snax, Nicole und Boy From Brazil). Just to top this darf hier auch Erlend Øye nicht fehlen.

Gearbeitet wurde nach dem "We're jammin'"-Prinzip: Ein Kopf mit Plan in selbigem und der Tasche lädt die gesammelte Künstlerschaft ins Studio, legt Gitarren, Bass und die mittlerweile obligatorischen Kuhglocken parat und beginnt zu summen. Das Ergebnis ist der Begriffsklärung nach "tanzbar", gerade in Tracks wie "My Reputation", der ersten Single "Boogie Boy" und "Now and Forever", die nicht nur mit mitreißenden Bass-Hooks sondern auch mit zitatträchtigen Zeilen aufwarten. Getreu dem Motto: "Put your feet on the ground, throw your health arm skyward." (sic! oder so ähnlich). "Bang The Box" erinnert spontan an gesamplete Nancy Sinatra und "My Baby Shot Me Down", "Bunny Brown" beendet das Album versöhnlich mit dezenten Akustikgitarren, die so ähnlich auch auf "Riot On An Empty Street" zu finden waren. Aber dann setzt wieder mal der Repeat-Mechanismus ein. Kaos gives you "Lessons in Love". Man lernt nie aus...


tracklisting:
01. Lessons In Love [with Daniel Wang & Erlend Øye]
02. Feel Like I Feel (Sing along) [with Matt B. Safer & Snax]
03. Now And Forever [with Khan]
04. My Reputation [with Daniel Wang & Electrocute & Boy from Brazil]
05. Town & Countryman (Edit) [with Jason Friedman]
06. Boogie Boy [with Captain Comatose]
07. Juices (Raw and Dirty) [with Namosh]
08. Bang The Box
09. Bunny Brown (Outro) [with Eddy Cooper]


kaos auf tour:
25.02. Hamburg - Click
02.03. CH-Zürich - Kaufleuten
05.03. Augsburg - Kerosine
12.03. München - 1. Liga
19.03. Berlin - Vice Praty
26.03. Berlin - Panorama Bar


mehr infos:
kaos - hello stranger VÖ: 28.02.2005
>> !k7 records
>> rough trade distribution
>> kaos - hello stranger albumstream [flash]
>> kaos - boogie boy singlestream [flash]

shnizzle da wizzle

eigentlich hätte hier ein längerer text zum konzert von the game und snoop dogg stehen sollen, aber ich bin einfach viel zu geflashed von dem ganzen blingbling, den muskeln, chicas, ladys, girls and playaz, um dazu passende worte zu finden. hey, it's nuttin but a g-thang. war schön snoop endlich mal zu sehen, da rütteln auch die hanf-pflanzen auf der bühne als hiphop-klischee nicht wirklich dran.

the mars volta - frances the mute [universal/gsl]


the mars volta - frances the mute reviewEigentlich hatte ich ja vor diesen Text mit einem kurzen Ausflug Richtung "Hype" beginnen zu lassen, nur um erkennen zu müssen, dass die Diskussion darüber müßig und letztendlich unnötig ist. Gerade wenn man sich mit einer Band wie The Mars Volta beschäftigt, die - von dem Post-Indie-Superstardom-Namen At The Drive-In mal abgesehen - auch immer im Kontext von Sparta und Defacto gesehen werden muss. Letztere sagten mir noch nie zu. Dafür gibt es keine triftige Begründung, das hat eher mit musikalischer Ablehnung im größeren Stile zu tun, einer Unlust der Auseinandersetzung mit einem Band-Projekt, das für mich nie mehr als ein Versuch war. Ob man an selbigem selbst gescheitert ist, lässt sich von hier aus nicht erschließen, jedenfalls bestärkten mich Gespräche mit verschiedenen Menschen über das Sparta-Album "Porcelain" in meiner Kritik. Wie auch immer, der Kosmos des Indie-Post-Core ist weit und ich erinnere mich nur wohlwollend an "Realtionship Of Command" zurück, aber wer sich darauf nicht einigen konnte, hatte den Schuss sowieso nicht gehört.

Mit The Mars Volta liegen die Dinge anders: Auch wenn hier - genau wie bei At The Drive-In - der Fokus klar auf Wachstum liegt, auf einem musikalischen Wandel, so vollzieht sich selbiger bei The Mars Volta entgegengesetzt dem von ATDI: Entwickelten sich diese von der Beliebigkeit in Person zu einer Art Bubblegum-Indie-Popstar-Größe, einem Kopfnicken bei nahezu Jedermann, gingen TMV schon seit ihrer "Tremulant EP" Anfang 2002 andere Wege. Musik wurde gebrochen, gestreckt, mit hunderten neuen Einflüssen versehen, dekonstruiert, vernichtet und wieder neu zusammengesetzt. Entgegen sämtlicher popkulturellen Spielregeln konstruierten Omar Rodgriuez und Cedric Bixler The Mars Volta, die eigene Diskografie bestehend aus der "Tremulant EP", "De-Loused In The Comatorium" und nun "Frances The Mute" betoniert dabei eine ganz eigene Dramaturgie. Intellekt und Leidenschaft wären die passenden Synonyme für - ja, man muss es so ausdrücken - ihre Werke. Und diese finden sich nirgends so ausgeprägt wie auf "Frances The Mute": Standen bei den Vorgängern einzelne Stücke für sich selbst, werden sie nun unter einzelnen Akten zusammengefasst. Die Inszenierung der höheren Idee, die gewollte Schaffung von Spannung, das gezielte Einbeziehen des Hörers: All das folgt einer ausgeklügelten Dramaturgie, die dem Hörer leider wenig Raum lässt. Introvertiert kann man The Mars Volta sicherlich nicht nennen, genau dies erwartet man allerdings vom Käufer der Platte: Denn stechen in den einzelnen Akten immer wieder Passagen mit - und das war überraschend - ATDI-Anleihen heraus, so ist "Frances The Mute" als Gesamtwerk leider nur in den eigenen vier Wänden zu genießen. Wie sollte man auch mit solch einem Album umgehen, das abgesehen eines Songs nur Tracks bietet. Und diese bewegen sich dann auch noch zwischen 12 und 31 Minuten Spiellänge.

the mars volta                photo: courtesy of the mars violta / universal records Musikalisch ist die Verortung von "Frances The Mute" schwierig wie eh und je: Keine leichte Kost, Dringlichkeit an jeder Ecke, auch und gerade in den ruhigen Passagen des Albums. Auch und gerade lateinamerikanische Einflüsse sowie eine abwechslungsreiche Instrumentierung finden sich an jeder Stelle des Albums, teilweise geht der Gesang ins spanische über um kurz danach wieder einen absoluten Ruhepunkt zu erreichen. Weite, ewig ausgeschmückte Passagen sind jedoch immer noch Geschmackssache und "Frances The Mute" bietet davon immer wieder Kostproben, wird es neuen Käuferschichten noch schwieriger machen, Anschluss an die Idee hinter TMV zu finden. Auch Passagen wie in "Miranda, That Ghost...", die über längere Zeit aus eher sphärischen Klängen bestehen, um für geschätzte 1 1/2 Minuten einen Klimax zu erreichen oder das mit über 30 Minuten längste Stück "Cassandra Gemini" mit seinen immer wiederkehrenden Brechungen traditioneller Songstrukturen erschweren den Genuss von "Frances The Mute". Und auch die knapp 6-minütige Single "The Widow" stellt eher einen Problemfall des Albums dar, weil die darin größtenteils vorherrschende, ruhige Grundstimmung nicht wirklich repräsentativ für das Album sein dürfte.

Man muss es The Mars Volta zugestehen: Sie verstehen ihr Handwerk, sie gehen andere, innovative Wege, zeigen Möglichkeiten auf und polarisieren. Mich persönlich konnte "Frances The Mute" nicht von meiner Meinung abbringen, die sich während "De-Loused..." gebildet hatte. Schade, denn ich hätte der Band gerne eine zweite Chance gegeben. Leider ist man mit dem neuen Album weiter in die Frickel-Ecke abgedriftet, als mir Recht und Lieb gewesen wäre. Fünf Passagen Geschmackssache.


tracklisting:
01. "Cygnus...Vismund Cygnus"
A. "Sarcophagi"
B. "Umbilical Syllables"
C. "Facilis Descenus Averni"
D. "Con Safo"
02. "The Widow" [real.media-file/video/stream]
03. "L' Via L' Viaquez"
04. "Miranda That Ghost Just Isn't Holy Anymore"
A. "Vade Mecum"
B. "Pour Another Icepick"
C. "Pisacis (Phra-Men-Ma)"
D. "Con Safo"
05. "Cassandra Gemini"
A. "Tarantism"
B. "Plant a Nail in the Navel Stream"
C. "Faminepulse"
D. "Multiple Spouse Wounds"
E. "Sarcophagi"


the mars volta auf tour:
24.02. Hamburg - Docks
01.03. Berlin - Huxleys
03.03. Köln - Live Music Hall
04.03. München - Muffathalle


mehr infos:
the mars volta - frances the mute VÖ: 21.02.2005
>> the mars volta
>> universal records
>> gsl records
>> the mars volta - frances the mute e-card [flash]

as heard on radio waldar

the unicorns are really fucking dead...


schnell rein hier, sonst bleibt das ein monolog...

"blogging for compliments" is the personal weblog by waldar. the posts in this weblog may contain links to music i love. if you feel your copyrights harmed, please email me and the link will be removed immediatelly. this is about love towards music. buy the records at amazon or even better: at the small indie-record-store in your town!

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Fujiya & Miyagi – Pickpocket
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Fujiya & Miyagi – Uh
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Fujiya & Miyagi – Knickerbocker
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29. Aug, 16:20
Fujiya & Miyagi – Uh
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18.01. puppetmastaz.gbd 9
20.01. hubert fichte.elektra
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06.02. test icicles.gbd9
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13.02. death cab for cutie / john vanderslice.lmh
14.02. arab strap.gbd 9
16.02. die sterne.gbd 9
17.02. clap your hands say yeah.gbd 9
04.03. arctic monkeys.stollwerck
08.05. motorpsycho.lmh


 


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den beitrag, der...
den beitrag, der eine ganze weile an dieser stelle...
waldar - 19. Mai, 23:06
hinweis an die verbrauchergeneration
sehr geehrte damen und herren, sie haben das mitbekommen:...
waldar - 19. Mai, 23:00
Köln Campus
ich wusste jetzt nicht, wo ich reinschreiben sollte.....
Eggi - 6. Apr, 11:53
mach doch nen neuen,...
mach doch nen neuen, kostenlosen blog auf. Ich vermiss...
monologe - 26. Feb, 17:59
na
wegen zeitmangel musste ich mich kurzfassen ;)
ZuN - 9. Feb, 14:32


Februar 2005
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