
gestern abend, großes gefühlskino im kölner stadtgarten. conor oberst, sänger bei
bright eyes spielt vor restlos ausverkauftem haus. die alte emohupe, mit 14 schon das erste demo-tape in der hand gehabt und das lies zu dem zeitpunkt schon anklingen, wohin die reise geht. im gepäck hatte er den kollegen
simon joyner, im typischen indie-songwriter-look mit hemd und wollpulli drüber, auf dem kopf einen cowboyhut aus bast. gitarre, hocker, stimme, mikro, melodiene. das war das, was mir von joyner hängen geblieben ist. denn ehrlich gesagt war dessen auftritt für meinen geschmack zu gleichförmig, die songs zu ähnlich, wenn auch liebevoll vorgetragen. nach knapp einer stunde war das set beendet.
dann wurde es ganz still und alle versanken in andächtiges schweigen. das hatte schon etwas leicht lächerliches an sich. andererseits vermutlich auch etwas mit ehrfurcht zu tun. conor betritt die bühne, eine abgeranzte akustikgitarre mit sich tragend, die dunklen haare verdecken sein gesicht und mit dem dunklen jackett wirkt er irgendwie sehr unnahbar. nach einer kurzen auf schüchtern gemachten begrüssung legte er los und fegte durch seine songs (obwohl "fegen" bei einem songwriter-abend wohl die falsche beschreibung ist). conor gefällt mir schon besser, aber mehr als am tresen lehnen ist für mich nicht drin. abwechslungsreich ist er, das muss ich ihm lassen. er weiß, wie er seine stime wann einzusetzen hat und die leute kleben an seinen lippen. kleine schäkereien mit dem publikum, die frage nach der lieblingsfarbe und dem darauffolgenden "
okay, this song is for you!" lassen ihn wie einen abgeklärten entertainer wirken.
der laden ist gerammelt voll und da alle stehen, steht auch die luft. neben mir bestellt eine frau ein wasser. ich schenke dem nicht so viel beachtung bis ich merke, dass sie sich gerade nicht nach ihrer tasche bückt sondern bewusstlos wird und mir vor die füsse fällt. wir versuchen sie nach draussen zu tragen, was mir nicht so recht gelingen will weil ich hinter ihr stehe und zwei vor ihr und sie die ganze zeit in sich zusammensinkt und überhaupt und achwasweißich...
ich weiß nur, dass es mir jetzt reicht und ich gehen möchte. singer/songwriter ist schön, aber mir gefallen
schönere andere dinge. und wie der abend weiterging, das verrate ich dann (u.u.) später. mir ist nämlich gerade meine kamera abgestürzt! und ohne kamera, keine fotos von
rjd2...
>> bright eyes - i woke up with this song in my head