Dienstag, 19. Oktober 2004

mando diao - hurricane bar [capitol music]

mando diao - hurricane bar review Und jetzt mal wieder die volle Portion ROCK, Fucker! Anfang des Jahres 2004 fiel eine wilde Horde namens Mando Diao in Deutschland ein und alle Rock'nRoller fingen panisch an, in ihren Plattenkisten zu wühlen und hysterisch mit ihren Vinyls zu wedeln. Mit Totschlagargumenten à la "Gab's doch schon alles!", "alter Hut", "die klauen ja bei allem" wurde sich dann in allen dunklen Gassen gegen das Album "Bring 'em in" gewehrt. Die Kinks, Stones und The Who würden in sich in ihren Erfolgsgräbern umdrehen.

Und trotz all des Hypes dank Vodafone und Sony, der unbeschreiblichen Arroganz der Band selbst und der gesammelten Ablehnung der Indie-Avantgarde musste man sich "Bring 'em In" und den darauf vorhandenen herausstechenden Hits beugen. Und sich dann letztendlich doch eingestehen, dass die Schweden doch ein heißes Eisen aus der Glut genommen hatten. Naja, heiß kann man ihr Debut in dem Sinn nicht nennen, da die Nordlichter und Japan schon seit zwei Jahren ihre Indie-Clubs mit dem Ding beheizten.
Eine hohe Latte, die man sich da selbst gelegt hat.

Ein frischer Wind bläst einem um die Ohren, wenn man das neue Album "Hurricane Bar" zum ersten Mal einlegt. Das erinnert so ganz und gar nicht mehr an die wilde Sturm und Drang-Phase des Debuts. Denn hier wird weniger mit der Kraft eines Wirbelsturms der nach zwei Songs wieder abflaut durch die Platte gejagt, sondern - im Vergleich zu "Bring 'em in" - der Blues'n'Roll wesentlich gleichmässiger verteilt. Die Songs wirken insgesamt homogener, ausgefeilter und stärker strukturiert. Und denoch verliert "Hurricane Bar" über die Tresenlänge von 14 Songs kaum an Kraft und Stücke wie "God knows" ("I'm on a mission and I'm getting blown away"), "Down in the Past" ("And it's true that I'm in for a punch and a blast"), "If I leave you" oder "White Wall" reissen einem da schon mal kraftvoll die Beine unter dem Po weg.

hurricane1 Auch die ruhigeren Stücke machen hier einen besseren Eindruck: Zwar fehlt "Hurricane Bar" wegen der diesmal größeren Zahl an Balladen und Beatles-Anleihen zeitweise das gewohnt hohe Tempo, aber die Extra-Stunde im Proberaum hat dem Klang allgemein nur gut getan. Die Klangdichte wirkt auf einmal doppelt so groß, da helfen auch der zuweilen schnulzig klingende Backing-Chor-Gesang.

"Hurricane Bar" macht einige Blocks entfernt vom ersten Album weiter, mit einer deutlich gewachsenen Band. Das dieses Album allerdings zwei (nicht unbedeutende) Wermutstropfen hat, soll hier nicht unerwähnt bleiben: Bisher ist "Hurricane Bar" nur als Schweden- bzw. Japan-Import erhältlich, da der Deutschland-Release erst für das kommende Jahr angepeilt ist. Und sollte man dann doch nicht so lange warten wollen, wird man mit einer überflüssigen Copy Protection konfrontiert, die zwar auf dem PC sofort nachgibt (und das mit ganz legalen Mitteln), aber den 2000-Euro-DVD-Player im Wohnzimmer zum Einknicken bringt. Sollte Musik nicht Spaß machen? Abgesehen vom Format tut sie das!


tracklisting:
01. Cut the rope
02. God knows
03. Clean town
04. Down in the past
05. You can't steal my love
06. Added family
07. Annie's angle
08. If I leave you
09. Ringing bells
10. This dream is over
11. White wall
12. All my senses
13. Kingdom & glory
14. Next to be lowered
15. Your lover's nerve *
16. Jeanette *
17. Cleantown [video] *

* Japan-Import


mehr infos:
>> mando diao
>> mando diao [japan fan-site]
>> capitol music
>> erlebnisbericht: mando diao @ underground / köln
>> fotogallerie: mando diao @ rheinkultur 2004

son, ambulance - key [saddle-creek / indigo]

son, ambulance - key reviewNein, hier muss man einfach schwach werden. Hier muss man den Herbst gewähren lassen. Hier muss man dem eindringlichen Flehen von Joe Knapp nachgeben.
Hier sollte man nicht an die Referenz zu den Labelkollegen Bright Eyes oder The Good Life denken, auch nicht an die in Richtung Arab Strap und American Analog Set.

some suggestions: go ahead & support the artists by buying the album! Hier setzt man sich hin und hört Son, Ambulance zu. Hier sieht man wieder einmal die gelungene Verschmelzung zwischen Songwriting und Backing. Zwischen künstlerischer Freiheit und Zwängen. Zwischen Leichtigkeit und Dringlichkeit.

Joe Knapp sollte man nicht die perfekte Gesangsstimme unterstellen. Kann man auch nicht, dafür wirken die Lyrics zeitweise zu kantig und rau, jedoch getragen von Verzweiflung und Leidenschaft. Abgesehen von der Akustikgitarre bedient sich "Key" vor allem aus den Gewässern von Omaha: Indie, Pop, leichte Elektronik, einige 70s-Einflüsse, Folk.

Ein kurzes Intro mit der Stimme seines Sohns Neil, überspielt vom startenden Flugzeug. "Paper Snowflakes" startet mit einer Vielzahl an Instrumentierung, am meisten sticht jedoch das mit Hall unterlegte Piano heraus und wirkt zusammen mit Knapp's eindringlichen Gesang hymnisch. "Sex in C Minor" folgt einem ähnlichen Schema: Die Piano-Arrangements kommen sehr gut auf den Punkt, harmonieren wunderbar mit dem im Hintergrund spielenden Bass und lassen den Song zusammen mit Knapp's Stimme sich immer weiter steigern. So lange, bis Gast-Sängerin Jenna Morrison mit bezaubernder Leichtigkeit einsteigt und das Lied schließlich nach sieben Minuten mit einer krachigen Gitarrenwand und einem lapidaren "That's it" kollabiert.

son, ambulance                         photo: courtesy of saddle creek/son, ambulance "Taxi Cab Driver" schlägt die Brücke von einem Country-Song, zum Folk, bekommt kurz die Kurve und lässt dann doch wieder an siffige Bars und Cowboyhüte denken. Bei "Glitter Angel" muss man kurz Richtung Mitte 80er denken, weil das von einem Synthie untermalte Gitarrensolo so verdammt stark an Guns'n'Roses erinnern. "If I should fall asleep" lässt mit seinem Streicherarrangement zu Beginn Assoziationen mit etwas länger vergangenen Tagen der Romantik zu, der anschließende - lediglich vom Piano untermalte - Vocal-Part transportiert genau diese Assoziation ins Heute. Und Akzente werden auch hier wieder zum Schluss gesetzt: Die Explosion kommt erst eine Minute vor dem Ende. Um in "Pleasure, Now" wieder mit schnelleren und fröhlicheren Klängen um sich zu schmeissen.

"Key" klingt zwar stellenweise etwas nach zu dick aufgetragener Verzweiflung. Aber so ist das bei Singer-/Songwritern schliesslich öfters. Zusammen mit der neuen Backing-Band und mit Hilfe von Presto!-Produzent AJ Mogis ist unter dem Namen Son, Ambulance ein Projekt gewachsen, das weit über das Debutalbum "Euphemistic hinaus geht. Joe Knapp jedenfalls zelebriert hier die euphorische Melancholie so präzise und glaubwürdig, dass man sich schon schwer wundern muss, warum einem das eigene Leben so verdammt leicht fällt.


tracklisting:
01. Entropy
02. Paper Snowflakes [mp3-file/1 mb]
03. Billy Budd
04. Chlorophyll
05. Sex In C Minor
06. C Minor Interlude
07. House Guest
08. Taxi Cab Driver
09. Case of You / Wrinkle, Wrinkle
10. Glitter Angel
11. If I Should Fall Asleep
12. Pleasure, Now


mehr infos:
VÖ: 15.11.2004
>> son, ambulance
>> saddle creek rec.
>> son, ambulance - various mp3s from "euphemistic" [mp3-file]


schnell rein hier, sonst bleibt das ein monolog...

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*****

Son, Ambulance – Requiem For A Planet
http://www.last.fm/music/S on%2C+Ambulance
5. Jul, 15:48
Son, Ambulance – Someone Else's Déjà Vu
http://www.last.fm/music/S on%2C+Ambulance
5. Jul, 15:41
Son, Ambulance – Awakening
http://www.last.fm/music/S on%2C+Ambulance
5. Jul, 15:37
Son, Ambulance – The Renegade
http://www.last.fm/music/S on%2C+Ambulance
5. Jul, 15:32
















18.01. puppetmastaz.gbd 9
20.01. hubert fichte.elektra
21.01. mahatma hitler.kunstwerk
21.01. erlend oye.alte bundesbahndirektion
24.01. art brut / the chalets.stollwerck
31.01. goldrush.blue shell
06.02. test icicles.gbd9
08.02. sunn o))).gbd 9
13.02. death cab for cutie / john vanderslice.lmh
14.02. arab strap.gbd 9
16.02. die sterne.gbd 9
17.02. clap your hands say yeah.gbd 9
04.03. arctic monkeys.stollwerck
08.05. motorpsycho.lmh


 


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den beitrag, der...
den beitrag, der eine ganze weile an dieser stelle...
waldar - 19. Mai, 23:06
hinweis an die verbrauchergeneration
sehr geehrte damen und herren, sie haben das mitbekommen:...
waldar - 19. Mai, 23:00
Köln Campus
ich wusste jetzt nicht, wo ich reinschreiben sollte.....
Eggi - 6. Apr, 11:53
mach doch nen neuen,...
mach doch nen neuen, kostenlosen blog auf. Ich vermiss...
monologe - 26. Feb, 17:59
na
wegen zeitmangel musste ich mich kurzfassen ;)
ZuN - 9. Feb, 14:32


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