der herr feuerlöscher
macht in seinem urlaub in kanada jede menge urlaub und hat sogar elch rotwild-content zu bieten!
waldar - 15. Sep, 23:49
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tv on the radios go faster!
Als 15 Minuten später der Support Read Yellow - und wir sprechen es "rät iellow" - auf die 30 Zentimeter Bühne kletterten konnten sie zumindest in 30 mehr oder minder erwartungsfrohe Augen blicken. Begleitet von dem obligatorischen "Wir kennen die Band nicht und die sollen uns erstmal überzeugen"-Halbkreis vor der Bühne legte die Band aus Boston dann los und hörte damit erst einmal für 20 Minuten nicht auf. Da gibt es gar keine Gelegenheit für Applaus oder Hasstiraden, da kann man nur weiter zuschauen (und eventuell mitgehen, wie der Junge Mann im Pyjama) oder weggehen.
Gitarrist und Sänger Evan Kenney lässt alle alle guten Vorsätze gehen und in bester ...Trail of Dead / At the Drive-In-Manier ruhige, melodiöse Strukturen auf wütende und laute Passagen krachen, bis ihm der Schweiss in Sturzbächen von der Stirn läuft und die Schläfen zu dicken Balken anschwellen. Der rund einen Kopf kleinere Gitarrist Jesse Vuona verpasst seinem Co-Gesang einen etwas dramatischeren Eindruck, indem er den Mikroständer in der tiefstmöglichen, aufrechten Position einstellt und er sich Gitarre spielend zum Mikro runterbeugen muss.
Ein Weißer inmitten von Afro-Amerikanern! Aaah, das erinnert mich spontan und stark an Woody Harrelson in "White men can't jump", wie Multi-Instrumentalist und Liars / Yeah Yeah Yeahs-Produzent David Andrew Sitek da neben den anderen vieren von TV on the Radio steht. Aber genau wie im Film: Der zeigt es allen! Sänger Tunde Adebimpe ist noch größer als ich mir ihn vorgestellt habe, seine Hände sind bestimmt groß genug, um einen Basketball zu umschliessen. Und vor allen Dingen während des Konzerts eindrucksvoll damit zu gestikulieren.
"Viel besser der Sound!", denke ich mir. Passt bei dieser Band allerdings auch besser und wirkt angebrachter. TVotR starten mit "You could be fresh" ins Set und treffender könnte ich ihren Stil auch nicht bezeichnen. Stellenweise Gang of Four-Tanzbarkeit, Gospel-Aliker Soul, poppig, catchy, rauhe Gitarren und süsse Elektronika. It is oh so unique.
Mit "Dreams", "Staring at the Sun" und "Wear you out" bringen die 5 dann Albumstücke, bei "Staring at the Sun" sind dann auch alle Zuschauer schwer damit beschäftigt zu tanzen, grinsen, Liebste zu küssen oder mitzusingen. Etwas anderes lässt der Song wohl auch kaum übrig.
>> tv on the radio
>> read yellow![hello? is this thing on? [quicktime/42,8 mb] hello? is this thing on? [quicktime/42,8 mb]](http://static.twoday.net/waldar/images/chkchk1.jpg)
Punk Soul Loving Bill sollte man hassen! Irgendwie. Warum so reisserisch? Nein, soll gar nicht schlecht anfangen. Es ist diese schreckliche Catchyness, dieses Kleben bleiben am Ohr, das am Nerv zehrt.
Und dann der Grund für die Verteufelung zu Beginn der Kritik: "Sitzen". Prädikat "verhängnisvoll" kann man da getrost sagen. Wenn Fräulein Duda mehr vor sich hinsagt als -singt, doch mal wieder zu "sitzen", zu "denken", "schweigen", "nichts tun", "träumen" und "gucken obs noch schön ist", dann nistet sich rechts vor dem Hypothalamus diese Melodie ein, das Reimschema und denkt gar nicht daran, zu verschwinden. Okay, der Text an sich bleibt vielleicht nicht so lange. Aber Tage später singt man dann ohne es selbst richtig zu registrieren etwas von "sitzen", "witzen", "spitzen" und so weiter. Ohrwurm, eben!