technik-non-affinität
dann aber doch noch sicherheitshalber einen kompletten export des weblogs durchführen, nur für das eigene gewissen...
waldar - 18. Aug, 18:31
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gestern waren pretty girls make graves aus seattle in köln zu gast. die erste show dieser band für mich, eine unglaublich gute live-band! einige bilder (auch vom support the young heart attack) nebenan bei le pop...
Wenn für Verpackungs-Style Goldene Schallplatten verliehen würden, dann ginge der Preis vorweg schonmal an Klez.e.
Wenn man rein nach dem Cover-Artwork gehen würde, dann hätte man es hier mit einem mexikanischen Ska-Punk-Quintett zu tun. Und wäre damit wieder einmal dem ersten, meist falschen Eindruck aufgesessen. Die einzig wahre Verbindung zwischen Cover und Content ist die Gitarre. Und damit hat es sich auch schon.
Republic of Loose sind beschwingt fröhlich, streuen regelmäßig ein wenig Gitarre in ihre Songs ein, lassen den Bass sexy klingen. Wenn die fünf dann auch noch so Sachen wie "Girl I'm gonna fuck you up" singen, dann klingen sie wie der musikalische Output New Orleans'. Dass sie nicht aus New Orleans sondern aus Irland sind, dazu alle weiß, das macht das ganze noch schlimmer und somit besser. An dieser Stelle könnte man auch noch den Namen Fun Lovin' Criminals droppen, so im Kontext stehen lassen. Vielleicht mit einer spur weniger Party, dann hinkt der Vergleich nicht zu sehr.
Das war so eine Show, die schon 2 Wochen vorher immer wieder irgendwo angepriesen wurde. Über die ich mich schon im Voraus mit zig Menschen unterhalten habe, wider irgendwelcher Kenntnisse, wie die beiden Bands denn wohl live sein könnten. Da gab es nur grobe Vorstellungen und Erwartungen. Wenn Beep Beep live nur 10 Prozent so gut seien, wie sie es auf ihrem Debut "Business Casual" sind, dann würden diese Erwartungen voll und ganz erfüllt. Dann würde das ein wildes Konzert werden, mit hochgerissenen Fäusten und so weiter.
Montag Abende scheinen trotzdem irgendwie abschreckend für Konzertbesuche zu sein, denn eigentlich hätte man sich bei zwei Bands, auf denen "Saddle Creek" draufsteht, mehr als die 30-40 anwesenden Leute erwarten dürfen. Schade, vor allem, weil davon locker nochmal 12+ Leute auf Gästeliste angereist sein dürften. Berlin muss schon eine atmosphärische Katastrophe gewesen sein, und da war es Sonntag.
Das ist ganz hilfreich, denn Beep Beep poltern langsam los. Der 23-jährige Mike Sweeny lässt die ersten Drum-Beats kommen, dann eine Gitarre, Bass... Wieso dachte ich bei Beep Beep eigentlich immer nur an einen Sänger? Chris Hughes und Eric Bemberger lassen Ihre Stimmen asynchron zu "I am the Secretary" ankämpfen, Joel Peterson steht etwas abseits und gibt den introvertierten Ruhepol der Band. Irgendwie habe ich mir die Band anders vorgestellt, wilder im Aussehen irgendwie, weniger die Normalos, die jetzt vor einem stehen. Aber das waren Saddle-Creek-Bands eigentlich nie: Die großen Schönlinge und Rockstars. Hughes mit kurzen blonden Haaren, Hornbrille und Gummi-Nacken-Band an deren Bügeln, Bemberger in violetten Polo-Shirt mit Joker-Grinsen und weit aufgerissenen Augen.
Kurze Pause, mal nach draußen gehen, Luft schnappen. Drinnen wird mit dem Umbau begonnen. Ein abgerocktes Keyboard, ein kleiner Sequencer aufgebaut. Auf der Bass-Drum wird ein Beamer positioniert, vor der Bühne eine 2 auf 1 1/2 Meter große Leinwand drapiert. Ob die denn immer die Bühne verdecken würde und Broken Spindles nur im Hintergrund stattfinde?
Passend zur Musik werden Video-Clips vom Beamer an die Leinwand geworfen, alle selbst von Joel gefilmt, geschnitten, arrangiert. Alle Video-Snippets sind mit Effekten belegt, zeigen häufig einen Mann mit schwarzem Sakko und kurzen dunklen Haaren. Ein Freund von Joel, den er mit der Kamera durch dessen Alltag begleitet hat - mit Hilfe eines groben Ablauf-Skriptes. Die Video-Animationen passen erstaunlich gut zu den einzelnen Songs, die Schnitttechnik ist mal ruhiger, mal hektischer. Ursprünglich war Broken spindles nur als Soundtrack zu einem Videoprojekt gedacht. daraus entstanden ist eine Video/Audio-Live-Performance. Besonders überraschend war, wie gut die Live gespielte Gitarre sowie der Bass in die Sterilität der Videocollagen hereinpassen.